Auf den folgenden Seiten möchten wir uns und unsere Arbeit interessierten BesucherInnen vorstellen. Grundsätzliche Informationen zu unseren Zielen und Arbeitsschwerpunkten findet mensch unter diesen Links:
Der französische Ölkonzern Total hat fast 900 Bauarbeiter in einer Raffinerie in England nach einem Streik entlassen. Der Rausschmiss sei erfolgt, nachdem der Ausstand die Länge von einer Woche überschritten habe, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Freitag mit. Der Streik in der Raffinerie in Lindsey hat nach Darstellung von Total damit gegen Gesetze verstossen.
In britischen Kraftwerken legten Mitarbeiter daraufhin aus Solidarität die Arbeit nieder. Allerdings wurden weder die Raffinerie-Produktion noch die Stromerzeugung von den Arbeitsniederlegungen beeinträchtigt. Der Streik war auf der Baustelle ausgebrochen, nachdem einige Arbeiter entlassen und an ihrer Stelle andere eingestellt worden waren. Bei den Bauarbeiten waren je nach Baufortschritt zwischen 600 und 1.200 Arbeiter beschäftigt worden. Nun sollen sich alle Arbeiter, die weiterhin an dem Projekt mitarbeiten wollen, bis Montag neu für die Stellen bewerben. Gespräche mit den Gewerkschaften will das Unternehmen erst aufnehmen, wenn die Beschäftigten ihre Arbeit wieder aufnehmen...“
Arbeit macht krank, Zeitarbeit macht häufiger krank – so könnte man die Zahlen interpretieren, die die Techniker Krankenkasse (TK) und der Bundesverband Zeitarbeit Anfang der Woche veröffentlich haben. Im Durchschnitt waren Zeitarbeiter im Jahr 2008 vier Tage länger krankgeschrieben als andere Beschäftigte, sie sind zudem von allen Diagnosen häufiger betroffen. Der TK zufolge liegen die Ursachen für die Erkrankungen zu einem Drittel in der Zeitarbeit selbst. Die Beschäftigten fühlen sich nach eigenen Angaben von der hohen Arbeitsplatzunsicherheit, niedrigen Einkommen, der Diskrepanz zwischen ihrer Qualifikation und der ausgeübten Tätigkeit und fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten belastet.
FAU Berlin legt der Neuen Babylon Berlin GmbH Tarifvertrag vor
Am Donnerstag, dem 04.06.2009, ist der Tarifvertrag der FAU Berlin bei der Geschäftsleitung der "Neue Babylon Berlin GmbH" eingegangen. Der Geschäftleitung des Kinos wurde für einen ersten Termin zur Einigung der 17.06.2009 vorgeschlagen. Sie wurde aufgefordert, sich diesbezüglich bis zum 14.06. mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen. Der Weg zu deutlichen und dauerhaften Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Berliner Kino Babylon Mitte ist nun frei. Jetzt ist es an der Geschäftsleitung, entsprechend zu reagieren.
...titelt die Junge Welt in ihrer dieswöchigen Mittwochsausgabe und beruft sich auf Informationen des Sprechers der Bundesagentur für Arbeit John-Philipp Hammersen: In Deutschland suchen weit mehr Menschen Arbeit, als die offizielle Statistik ausweist. »Wenn man alle zusammenzählt, die im Moment auf Arbeitssuche sind, kommt man auf eine Größenordnung von fünf Millionen«, sagte der Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA), John-Philipp Hammersen, dem Internetportal bild.de. Die offizielle Zahl lag im Mai bei 3,458 Millionen. Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut ifo machte zugleich auf neue politische Eingriffe im Vorfeld der Bundestagswahl aufmerksam. So würden bis zum Herbst bis zu 300000 Arbeitssuchende aus der Statistik fallen, weil mit Vermittlungsgutscheinen für Privatagenturen ausgestattete Erwerbslose nicht mehr in die offiziellen Zahlen eingehen. Das gelte auch für Arbeitssuchende die älter als 58 Jahre sind und innerhalb eines Jahres kein Angebot für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bekommen haben.
Die Politikwissenschaftler Wolf-Dieter Narr und Peter Grottian, die bis zu ihrer Emeritierung einen Lehrauftrag am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin wahrnahmen, rufen die Studierenden zum Bildungsstreik auf. Die “Bologna” Studienreformen hätten die Ziele verfehlt und nur negative Wirkungen gezeigt. Narr und Grottian begrüßen in ihrem Gastbeitrag in der FR ausdrücklich, "dass Schüler und Studierende Bildungspolitik auch mit Formen zivilen Ungehorsams zum gesellschaftspolitischen Konfliktthema machen." Wehrt euch!
Frankreich: (11.06.2009) Aus Protest gegen die Schließung einer der ältesten Papiermühlen in Europa haben französische Arbeiter erneut zwei Manager gefangengenommen. Die zum US-Konzern Schweitzer-Mauduit gehörende Fabrik in Malaucène in der Provence sei »blockiert«, sagte Betriebsratschef George Pouilly in der Nacht zum Mittwoch. Die Mitarbeiter hätten vor dem Verwaltungsgebäude eine Barrikade aus Paletten errichtet. Sie hätten der Geschäftsführung kurz vor Mitternacht ihre letzten Vorschläge unterbreitet. »Die wollten sie nicht, da haben wir ihnen gesagt, ›Ihr kommt hier nicht raus‹«, sagte Pouilly. Demnach mußten der Werkschef und der Finanzvorstand für Europa die Nacht in ihrem Büro verbringen. Schweitzer-Mauduit hatte im April mitgeteilt, daß die seit 1545 bestehende Papiermühle geschlossen wird.
Frankreich: (2. Juni 2009) Ein neuer Fall von "Bossnapping" wird aus Frankreich gemeldet. Sieben Manager des Konzerns ABB sollen dabei von aufgebrachten Angestellten über 2 Stunden "zurückgehalten" worden sein, teilten die Gewerkschaften mit. Die Arbeiter hätten gegen die angekündigte Entlassung von 540 Angestellten von ABB France protestiert. Dabei erzwangen sie sich Zugang zu einem Treffen von Führungskräften mit der Personalkommission, hiess es weiter. ABB erklärte auf Anfrage, niemand sei zurückgehalten worden. Die Gewerkschaften verlangen eine Suspendierung der angekündigten Entlassungen.
Luxemburg: Etwa 2000 Stahlarbeiter aus Belgien haben am Dienstagvormittag (12.05.2009) mit Gewalt vor dem Luxemburger ArcelorMittal-Hauptsitz für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Rund 20 Demonstranten schlugen eine gläserne Eingangstür zu dem Gebäude in der Avenue de la Liberté ein und warfen mit Knallkörpern, Steinen und Absperrgittern.
Die Polizei, die sich zum Teil im Gebäude befand, setzte Tränengas, Plastikgeschosse und Pfefferspray ein, während einige Demonstranten nicht davor zurückschreckten, Pflastersteine, Glaskugeln, Schraubenmuttern und stählerne Kugellager auf die Beamten zu werfen. Etwa 50 Polizisten und vier Panzerwagen warteten hinter dem Hauptsitz auf ihren Einsatz. Erst gegen 13.15 Uhr beruhigte sich die Lage wieder einigermaßen. Gewerkschaftsvertreter versuchten, die aufgebrachten Stahlarbeiter zu beruhigen.
Wenn Arbeiter aus Protest gegen dohenden Stellenabbau ihren Chef als Geisel nehmen, finden das Umfragen zufolge mittlerweile 45 Prozent der Franzosen in Ordnung. Demnach können auch die Arbeiter der Firma Caterpillar in Grenoble, die vorvergangene Woche aus Wut über Stellenstreichungen fünf Manager in der Fabrik eingesperrt hatten, mit großem Zuspruch der Bevölkerung rechnen. Vertreter der Gewerkschaft CGT erhoffen sich daher »eine starke Reaktion der Politik« und den Erhalt der Jobs.
Wie erhofft meldete sich auch die Politik zu Wort. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy versicherte in einem Interview, er werde sich »mit den Gewerkschaften zusammensetzen« und »die Fabrik retten«, obwohl deren Schließung nie zur Debatte stand. Möglicherweise war Sarkozy ein wenig verwirrt, da binnen drei Wochen schon zum vierten Mal protestierende Arbeiter ihre Vorgesetzten eingesperrt hatten.
Über Bossnapping als neue Politik zur Durchsetzung von gewerkschaftlichen Zielen sprachen Niko und Alex von Radio Corax mit Prof. Klaus Dörre. Dörre veröffentlichte unlängst das Buch "Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung-Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts".
Bildungs-Aktionstag am 17. Juni - Online-Dossier der FAU Münsterland erschienen
Am 17. Juni organisiert das Bildungsstreik-Bündnis wieder einen bundesweiten Aktionstag mit SchülerInnen-Demos sowie vielen weiteren lokalen Aktivitäten in der gesamten Woche (15.-19. Juni 2009) [Siehe auch: Mobi-Clip zu den Bildungsprotesten in 2009]. An vielen Orten werden sich Mitglieder der FAU und der Anarcho-Syndikalistischen Jugend an diesen Aktionen beteiligen.
Pünktlich dazu veröffentlicht die FAU Münsterland ein Online-Dossier mit Texten zu den aktuellen Bildungsreformen. Auch die neue, 29. Ausgabe der Lokalzeitung Interhelpo hat den Schwerpunkt Bildung. Beides steht unter www.fau.org/muenster zum Download bereit!
Am 6. Juni fand zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in mehreren Ländern ein Aktionstag wegen der Arbeitsbedingungen by Ryanair statt. Konkreter Anlass war auch dieses Mal u.a. die Kündigung eines Gewerkschaftsaktivisten der spanischen CNT an der Ryanair-Basis in Zaragoza. In der BRD informierte die FAU u.a. an den Flughäfen Berlin-Schönefeld, Altenburg («Leipzig») und Weeze («Düsseldorf») sowie am Busterminal in Leipzig Fluggäste, AirlinerInnen über Flughafenbeschäftigte über die Repressalien gegen GewerkschafterInnen bei Ryanair.
Hintergründe
Die CNT-Betriebsgruppe bei Ryanair in Zaragoza rief für Samstag, den 6. Juni zu einem zweiten internationalen Aktionstag gegen die Airline auf. Die CNT befindet sich seit Februar im Konflikt mit Ryanair am Standort Zaragoza. Sie wirft der Fluglinie vor, gewerkschaftliche Organisierung zu behindern und die ArbeiterInnen einzuschüchtern. In diesem Zusammenhang wurde ein Mitglied der CNT-Betriebsgruppe gefeuert. Nach einer ganzen Serie von Mobilisierungen in Zaragoza selbst, bat die CNT jetzt erstmals im Mai um europaweite Unterstützungsaktionen, um so den Druck auf die Airline weiter zu erhöhen. Auch in der BRD fanden an diesem Tag eine Reihe von Aktionen, kombiniert mit KundInnen-Protesten bei Ryanair statt.
Die Zahlen zum Vergleich von heutiger und 1929er Krise stammen aus "A tale of two depressions" http://www.voxeu.org/index.php?q=node/3421
Texte, einige auch auf deutsch, zu der Theorie des kapitalistischen Weltsystems, die Christian Frings referiert hat, finden sich in dem Dossier zum Buch "Forces of Labor", unten im Abschnitt "Weitere Texte ..." http://www.wildcat-www.de/dossiers/forcesoflabor/fol_dossier.htm
Eine längere Besprechung und Wiedergabe des letzten Buchs von Giovanni Arrighi hat Christian in der China-Beilage der Wildcat geschrieben: http://www.wildcat-www.de/wildcat/80/beilage/w80_china_arrighi.htm
So viel erst mal zum Weiterlesen. Nachfragen und Ergänzungen bitte in die Kommentarspalte dieses Beitrags. Wir leiten sie dann weiter.
Des weiteren noch der Hinweis auf die Veranstaltungsreihe in Köln:
Ziel muß es sein, eine gewaltfrei-anarchistische Massenminorität entstehen zu lassen, die in der Lage ist, zunächst einzelne Pläne der Herrschenden zu durchkreuzen (besonders jede Planung, die Kriegsführungsfähigkeit zum Ziel hat) und die eine stabile Kommunikationsstruktur, eingeübte Formen der Entscheidungsfindung und eine attraktive Gegenkultur aufbaut. graswurzel.net
Wir treffen uns in der Regel donnerstags. Wer Interesse hat uns kennenzulernen und bei uns mitzumachen, kann das Kontaktformular nutzen. Am jeden ersten Donnerstag im Monat veranstalten wir ein öffentliches Treffen für Interessierte. Diesen und weitere Termine findest du in unserem Terminkalender.