Für den 26. April 2008 planen NPD und sog. Freie Kameradschaften eine erneute 'Demonstration' in Stolberg. Es wäre der 3. Aufmarsch innerhalb von nur 3 Wochen in dem hauptsächlich von MigrantInnen bewohnten Stolberger Stadteil Mühle.
Zuletzt sind am 12. April 2008 etwa 700 - 800 Neonazis durch Stolberg gezogen. Angemeldet hatte den Aufmarsch der Hamburger Neonazikader Christian Worch.
An migrantischen Einrichtungen, von MigrantInnen bewohnten Häusern, an
Gemüseläden und Geschäften skandierten Neonazis Parolen wie: "Kein
Vergeben, kein Vergessen, Türken haben Namen und Adressen", "Wir kriegen euch Alle". Noch
deutlicher werden ihre Vernichtungsphantasien in Internetforen, in
denen Vergasung („INS GAS MIT DEM GANZEN AUSLAENDER UNGEZIEFER -
RADIKAL UND GNADENLOS“), brennende Häuser und weitere Mordgedanken
propagiert werden.
Der "Trauermarsch" wird aktuell bundesweit beworben, um den
Tod eines mutmaßlichen Sympathisanten - er wurde wahrscheinlich Opfer
eines nicht politisch motivierten Mordes - (die Ermittlungen der
Polizei und Staatsanwaltschaft dauern derzeit noch an) zu
instrumentalisieren.
Aktivitäten gegen den geplanten Aufmarsch der NPD am 26. April in Stolberg
Eine Gegendemo, die am selben Tag um 9 Uhr auf dem Stolberger Kaiserplatz startet, wird von vielen Menschen aus einem breiten Bündnis
antifaschistischer Organisationen und Initiativen getragen.
Zudem ist ein Nachbarschaftstreffen unter dem Motto "Stolberg ist bunt - nicht braun!" angemeldet, um das Interesse an einem gemeinschaftlichen und solidarischen Zusammenleben Aller öffentlich zu bekunden. Organisiert wird das Fest von einer Gruppe Stolberger Bürgerinnen und Bürger.
Das Nachbarschaftsfest ist von 10:00 - 20:00 Uhr angemeldet. Wer durch kulturelle Beiträge das Fest unterstützen möchte, kann sich unter der Nummer 02402/ 9976614 an einen der Organisatoren wenden.
Update zum geplanten Nachbarschaftsfest
Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ (BI)
informiert über eine bedauerliche und unverständliche Entwicklung. Die
Proteste der Bürger gegen den Naziaufmarsch, am Samstag in Stolberg,
werden durch die Polizeibehörde massiv behindert: Am Mittwoch (24. April) hat die Polizei dem Anmelder des Nachbarschaftsfestes "Stolberg Bunt statt Braun" die Durchführung am 26. April untersagt. Diese Entscheidung wurde zunächst mündlich mitgeteilt, die Begründung
im Wortlaut liegt derzeit noch nicht vor. Die Polizei hegt scheinbar Sicherheitsbedenken, da das Fest im abgesperrten Stadtteil
Mühle unmittelbar an den Ort der NPD-Kundgebung angrenzen sollte. Teile der OrganisatorInnen rufen Stolbergs BürgerInnen derweil dazu auf, sich an den u.a. in diesem Artikel dokumentierten Gegenprotesten anzuschließen.