Debatten über gesellschaftliche Transformationsstrategien stehen wieder hoch im Kurs. Vor allem die non-parlamentarische Linke bricht langsam mit dem gewohnten Unisono und macht sich tastend auf die Suche. Betriebliche und soziale Kämpfe, die Ökonomie als Kampffeld und Klassenfragen rücken immer mehr in den Mittelpunkt und lösen den narzisstischen Ansatz einer Politik des „richtigen Bewussteins“ allmählich ab. Dieser Trend kann durchaus als Indiz dafür verstanden werden, dass das syndikalistische Konzept etwas zu bieten hat, was die heutigen Erfordernisse einer emanzipatorischen Bewegung betrifft.
Dennoch wird der Syndikalismus häufig als relativ konzeptionslos wahrgenommen, seine Annahmen und Folgerungen sind wenig bekannt bis verkannt – ein Umstand, der mit Sicherheit auch auf die eigene mangelnde Theoriepflege zurückzuführen ist, die einer klaren Artikulation im Wege steht. Jahrzehntelange Prägung durch graue Literatur, die häufig nur eine Kanonisierung von Phrasen darstellte und sich zudem vielfach auf (Früh-)Theoretiker eines allgemeinen, häufig diffusen Anarchismus beschränkte, haben ihre Spuren hinterlassen. Originäre Theoriebeiträge aus dem bewegungsspezifischen Konzept „Syndikalismus“ gingen häufig unter. So kursierten im modernen Syndikalismus zwar allerorts die zentralen Schlagwörter (Selbstorganisation, direkte Aktion, Föderalismus usw.), doch traten sie einem meist nur als grobe und somit breit interpretierbare Hüllen entgegen.








Vom 3. bis 5. September 2010 wird in Oberhausen im westlichen Ruhrgebiet die 1. libertäre Medienmesse für den deutschsprachigen Raum stattfinden. Im größten europäischen Ballungsgebiet mit mehr als 8 Millionen Menschen im näheren Umkreis, werden drei Tage lang libertäre Verlage, Zeitschriften, Radio-, Video- und Internetprojekte ihr Programm vorstellen und dafür sorgen, dass den BesucherInnen Hören und Sehen inmitten der globalen kapitalistischen Krise nicht vergeht. 2010 wird das Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt sein. Die LiMesse sieht sich in diesem Rahmen als Teil einer widerständigen Kultur gegen die industriegesponserte Kommerz- und Schönwetterkultur des offiziellen Kulturhauptstadtprojektes.
Auf fau.org ist ein Interview mit Frank erschienen, der Mitglied in der Gewerkschaft Gesundheitsberufe Hannover (GGB) ist. Als nicht-berufständige Organisation ist die GGB innerhalb der Lokalförderation FAU-Hannover - ein Zusammenschluss lokaler Gewerkschaften - organisiert.


