FAU Aachen

Anarchosyndikalistische Gewerkschaft

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Das Langweiligste der Welt - Die Gewerkschaft als Mittel der Transformation. Zur Theorie der gesellschaftlichen Veränderung im Syndikalismus.

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Debatten über gesellschaftliche Transformationsstrategien stehen wieder hoch im Kurs. Vor allem die non-parlamentarische Linke bricht langsam mit dem gewohnten Unisono und macht sich tastend auf die Suche. Betriebliche und soziale Kämpfe, die Ökonomie als Kampffeld und Klassenfragen rücken immer mehr in den Mittelpunkt und lösen den narzisstischen Ansatz einer Politik des „richtigen Bewussteins“ allmählich ab. Dieser Trend kann durchaus als Indiz dafür verstanden werden, dass das syndikalistische Konzept etwas zu bieten hat, was die heutigen Erfordernisse einer emanzipatorischen Bewegung betrifft.

Dennoch wird der Syndikalismus häufig als relativ konzeptionslos wahrgenommen, seine Annahmen und Folgerungen sind wenig bekannt bis verkannt – ein Umstand, der mit Sicherheit auch auf die eigene mangelnde Theoriepflege zurückzuführen ist, die einer klaren Artikulation im Wege steht. Jahrzehntelange Prägung durch graue Literatur, die häufig nur eine Kanonisierung von Phrasen darstellte und sich zudem vielfach auf (Früh-)Theoretiker eines allgemeinen, häufig diffusen Anarchismus beschränkte, haben ihre Spuren hinterlassen. Originäre Theoriebeiträge aus dem bewegungsspezifischen Konzept „Syndikalismus“ gingen häufig unter. So kursierten im modernen Syndikalismus zwar allerorts die zentralen Schlagwörter (Selbstorganisation, direkte Aktion, Föderalismus usw.), doch traten sie einem meist nur als grobe und somit breit interpretierbare Hüllen entgegen.

Jungle World: Eine Woche gegen Menschenmakler

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Die Jungle World berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Aktionswoche der FAU für die Abschaffung der Leiharbeit. Leiharbeit bedeutet: weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Gewerkschaften und Arbeitsämter tragen ihren Teil zu diesem Umstand bei.

»Bisher konnten diese Menschenmakler ihrem anrüchigen und lukrativen Gewerbe in aller Ruhe nachgehen, weil keine Behörde, kein Unternehmerverband und kein Betriebsrat es wagte, gegen die als harmlose Einzelfirmen getarnten Vermittlungsbüros einzuschreiten.« So beschrieb der Spiegel 1957 das System der Leiharbeit. Es sei ein »zwielichtiges Vermittlergeschäft« zur Ausbeutung von »beschäftigungslosen Flüchtlingen, Urlaubern, entlassenen Strafgefangenen« und Arbeitslosen. Mittlerweile ist die Leiharbeit als Teil der »Agenda 2010« ein staatlich geförderter, immer größer werdender Sektor des Arbeitsmarktes. Im vergangenen Jahr waren 800 000 Menschen darin beschäftigt, seit Beginn der Krise wurden allerdings 300 000 von ihnen entlassen.

Die »gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung« war in Deutschland lange Zeit verboten. 1967 hob das Bundesverfassungsgericht das Verbot auf und schuf so einen »Freiraum wirtschaftlicher Betätigung«, wie es damals in der Begründung hieß. Mit den Hartz-Gesetzen wurden die Bestimmungen zur Leiharbeit modifiziert und die Vermittlung von Arbeitskräften wurde erleichtert, angeblich mit dem Ziel, Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Firmen sollten ihr Personal in Leiharbeit »testen« können, ohne mit den zuvor gültigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen konfrontiert zu sein.

Der angestrebte so genannte Klebe-Effekt blieb aber weitgehend aus. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge bekommen nur 15 Prozent der Leiharbeiter im Anschluss eine feste Stelle, der DGB vermutet, dass der »Klebe-Effekt« »in der derzeitigen Krise gegen Null geht«. Statt ein erster Schritt zu einem festen Job zu sein – sofern man den haben will –, reicht diese Art der Arbeit bei vielen noch nicht einmal aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Jeder achte Leiharbeiter ist trotz Vollzeitbeschäftigung auf ergänzende Leistungen nach Hartz IV angewiesen. Gleichzeitig werden Festanstellungen immer seltener, viele Firmen entlassen Mitarbeiter, um sie bei Bedarf temporär und zu schlechteren Bedingungen wieder anzumieten.

Zwar wurde zum Schutz der Leiharbeiter der Grundsatz »Equal Pay – Equal Treatment« im Gesetz festgeschrieben, der gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Arbeitsbedingungen sicherstellen soll – was im übrigen als Artikel 23 längst in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu finden ist. Jedoch wurde im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ein Passus hinzugefügt, der es erlaubt, mit Tarifverträgen von diesem Grundsatz abzuweichen. »Dadurch bekommen die Leute generell Dumpinglöhne, die weit unter dem liegen, was ihnen laut Gesetz zusteht. Was als Ausnahmemöglichkeit im Gesetz verankert wurde, ist mittlerweile die Norm«, sagt Kersten Cohrs von der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Frankfurt der Jungle World.

Um sich bei der Ausarbeitung der Tarifverträge nicht auf die sozialdemokratischen Gewerkschaften verlassen zu müssen, wurde zu der Zeit, als die Hartz-Gesetze eingeführt wurden, die »Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften Zeitarbeit und Personalserviceagenturen« (CGZP) gegründet. Diese handelte in den vergangenen Jahren Tarifverträge zu äußerst schlechten Bedingungen für die Leiharbeiter aus. Im Frühjahr wurde ihr vom Amtsgericht Berlin deswegen die »Tariffähigkeit« aberkannt. Sollte der Beschluss in zweiter Instanz bestehen bleiben, dürfen sich viele Leiharbeiter auf kräftige Nachzahlungen freuen, da dann die Tarifverträge ungültig würden und die Arbeiter rückwirkend Anspruch auf gleiche Bezahlung hätten.

Zum vollständigen Artikel: Eine Woche gegen Menschenmakler

Libertäre Medienmesse: LiMesse – vom 3. bis 5. September 2010 im Druckluft Oberhausen

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limesse druckluft oberhausenVom 3. bis 5. September 2010 wird in Oberhausen im westlichen Ruhrgebiet die 1. libertäre Medienmesse für den deutschsprachigen Raum stattfinden. Im größten europäischen Ballungsgebiet mit mehr als 8 Millionen Menschen im näheren Umkreis, werden drei Tage lang libertäre Verlage, Zeitschriften, Radio-, Video- und Internetprojekte ihr Programm vorstellen und dafür sorgen, dass den BesucherInnen Hören und Sehen inmitten der globalen kapitalistischen Krise nicht vergeht. 2010 wird das Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt sein. Die LiMesse sieht sich in diesem Rahmen als Teil einer widerständigen Kultur gegen die industriegesponserte Kommerz- und Schönwetterkultur des offiziellen Kulturhauptstadtprojektes.

 

Veranstaltung: Kapitalistische Krisenszenarien oder Herausbildung einer globalen Arbeiterklasse?

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Am Montag, 19. Oktober 2009 organisiert die FAU-Aachen eine gemeinsame (Diskussions-)Veranstaltung mit den Wildcats im Aachener Infoladen. Einlass ist um 19:00 Uhr. Los gehts um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist wie (fast immer) Frei.

Veranstaltungsbeschreibung: Kapitalistische Krisenszenarien oder Herausbildung einer globalen Arbeiterklasse?

Seit der 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt es weltweit zu breiten Proletarisierungsprozessen: die Vertreibung von BäuerInnen vom Land, eine Industrialisierung, die in fast alle Ecken des Globus reicht, bis hin zu einer ("Re")Proletarisierung der Ausbeutungsbedingungen in den "alten" Metropolen durch das Schleifen der Arbeitsmärkte und die Umstrukturierung der Ausbeutungsbedingungen. In der Konsequenz hat sich ein weltweiter Arbeitsmarkt herausgebildet - der allerdings keineswegs homogen ist, sondern durch Grenzen, Einkommengefälle und Ausgrenzung bestimmt ist. Trotzdem entsteht z.B. duch die Migration vielleicht zum ersten eine globale Arbeiterklasse - die allerdings genausowenig homogen ist: die Proletarisierung verläuft zwischen relativ abgesicherter Lohnarbeit einerseits und Formen von Sklaven-ähnlicher oder »unfreier« Arbeit andererseits.

Die Globalität dieser Prozesse zeigt sich aktuell in der globalen Auswirkung der aktuellen Krise. Die Proletarisierung der letzen Jahrzehnte "verstellt" unserer Meinung nach dem Kapital eine wesentliche Möglichkeit zur  "Krisenlösung": die Industrialisierung des Südens, weil  dies in den letzen Jahrzehnten bereits in breiten Umfang geschehen ist. In der Doppelentwicklung von Proletarisierung und Krise sehen wir stattdessen die Möglichkeit einer politischen Neuzusammensetzung von ArbeiterInnenkämpfen und Bewegung.

Interview: Das ABC des GGB - Worauf es ankommt

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katze_krankAuf fau.org ist ein Interview mit Frank erschienen, der Mitglied in der Gewerkschaft Gesundheitsberufe Hannover (GGB) ist. Als nicht-berufständige Organisation ist die GGB innerhalb der Lokalförderation FAU-Hannover - ein Zusammenschluss lokaler Gewerkschaften - organisiert.

Wir dokumentieren dieses lesenswerte Interview im 2. Abschnitt dieses Beitrags in voller Länge.

Pressemitteilung - Kampagne gegen Leiharbeit startet

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Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU) kritisiert "modernen Menschenhandel" und fordert die Abschaffung der  Leiharbeit.

In über 30 Städten finden ab Freitag, den 18. September bis Freitag, den 25. September im Rahmen einer bundesweiten Kampagne gegen Leiharbeitsverhältnisse verschiedene Protestaktionen statt. Initiiert wurde die Kampagne von Einzelgewerkschaften des Dachverbands FAU. Der anarchosyndikalistische Gewerkschaftsverband war zuletzt durch seine Kampagne für Tarifverhandlungen im "alternativen" Kino Babylon aufgefallen und ist manchen LeserInnen noch durch die "Strike Bike" Aktion bekannt.

Serbische AnarchosyndikalistInnen verhaftet: Protestmailaktion gegen die Inhaftierungen

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Am 4. September wurden in Belgrad die AnarchosyndikalistInnen Tadej Kurep, Ivan Vulović, Sanja Dojkić, Ratibor Trivunac und Nikola Mitrović verhaftet. Sie werden der Sachbeschädigung an der griechischen Botschaft in Belgrad verdächtigt. (Wir berichteten.) Berichten zu Folgen wird ihnen nun "Internationaler Terrorismus" vorgeworfen. Gegen diesen völlig überzogenen Vorwurf und offenbar politisch motivierten Kriminalisierungsversuch wurde eine internationale Protestmailkampagne gestartet.

Mails können über diese Seite direkt an die Verantwortlichen gesendet werden: http://asi.zsp.net.pl/free-the-anarchists/

FAU West: Neues Syndikat in Essen / Ruhrgebiet

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Die Gründung eines Syndikates der FAU in der Ruhrgebietsmetropole Essen steht kurz bevor. InteressentInnen aus Essen oder umliegenden Orten, in denen es noch keine FAU-Strukturen gibt, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Bitte wendet euch für weitere Informationen an die Regionalkoordination West der FAU (kontakt-west[at]fau.org)

Leiharbeit abschaffen: Aktionswoche 18. bis 25. September 2009 auch in Aachen [Update]

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Um den Kampf gegen die Leiharbeit auch öffentlich sichtbar zu machen und um Druck auf die Menschenhändler auszuüben, rufen FAU-Syndikate alle Interessierten zur kreativen Beteiligung an einer bundesweiten „Aktionswoche zur Abschaffung der Leiharbeit“ auf – vom 18.–25. September. In mehr als 20 Städten - darunter auch Aachen - wird die FAU gemeinsam mit anderen Gruppen gegen die Zumutungen der Leiharbeit aktiv. Die Kampagne fordert die Abschaffung der Leiharbeit, die Übernahme aller LeiharbeiterInnen, die es wünschen, in die Entleihbetriebe und die vollständige Nachzahlung der Lohnanteile, um die die LeiharbeiterInnen seit dem Abschluß der Dumpinglohntarifverträge (2004) betrogen wurden.

Die Bandbreite der Aktionen reicht bisher von Infoständen, über Stadtrundgänge zu den Menschenhändlern, Besuchen in Leihbuden bis zu Aktionen von LeiharbeiterInnen in und vor verschiedenen Entleihbetrieben. Außerdem sind eine Reihe von ergänzenden Veranstaltungen geplant, die über das Thema Leiharbeit, aber auch über andere Formen prekärer Arbeit informieren sollen.

leiharbeit-abschaffen

Was bisher für Aachen geplant ist

Öffentliches Treffen der FAU Aachen am 17. September: An diesem Tag wollen wir uns ab 18:30 Uhr im Aachener Infoladen gemeinsam mit interessierten BesucherInnen auf die Aktionswoche einstimmen. Weitere Infos gibt es hier.

Informationsstand in der Aachener Innenstadt

Am Samstag, 19. September 2009 werden wir in der Zeit von 12  bis 14 Uhr einen Informationsstand in der Aachener Innenstadt, vor dem Elisenbrunnen abhalten. Neben Informationsmaterial und Aufklebern zur Anti-Leiharbeitskampagne gibt es (kostenlose) Ausgaben unserer Gewerkschaftszeitung, der Direkten Aktion, und unser übliches Büchertischangebot. Weitere Infos hier.

Ein Infoabend zum gemeinsamen Austausch wird am 24. September 2009 ab 19 Uhr im Cafe Einstein stattfinden. Weitere Infos hier.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit und zur Aktionswoche (in anderen Städten) findet ihr auf www.leiharbeit-abschaffen.de und im 2. Teil dieses Beitrags. Wir freuen uns, wenn sich weitere Gruppen an den Aktionen beteiligen. Gruppen aus Aachen und dem Umland, die Interesse an einer Kooperation haben, können gerne Kontakt zu uns aufnehmen.

Wir diskutieren derzeit mit Gewerkschaften und Gruppen außerhalb der BRD über eine Ausweitung der Kampagen auf andere europäische Regionen im nächsten Frühjahr.

Öffentliches Treffen der FAU Aachen im September 2009

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Unser öffentliches Treffen diesen Monat findet am 17.September ab 18.30 Uhr statt. Es sind alle eingeladen, die Interesse daran haben uns kennen zu lernen und/oder mit uns zu diskutieren. Ort des Treffens ist diesesmal der Infoladen (Stephanstraße 24, 52064 Aachen)

Als mögliches Thema haben wir uns überlegt über Leiharbeit und die Kampagne "Leiharbeit abschaffen" der FAU in der darauf folgenden Woche zu diskutieren. Dies soll aber nur ein Vorschlag sein. Wenn ihr also Lust auf ein anderes Thema habt wird es sicher auch Platz und Zeit dafür geben.

Ihr sollt euch nicht verpflichtet fühlen hochintellektuelle Diskussionen zu führen oder genauestens über uns informiert zu sein. Dieses Treffen ist ja schließlich zum Kennen lernen da. Gerne dürft ihr einfach kommen um bei einem Bier und netter Musik neue Leute kennen zu lernen oder alte Bekannte wieder zu treffen.

Offene Fragen? Einfach unser Kontaktformular oder die Kommentarfunktion nutzen Wink

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Zitat des Tages und der Nacht

"Wissen wir denn, ob das, was uns heute utopisch erscheint, in der nächsten, übernächsten Epoche nicht schon Realität sein kann?"


Louise Michel

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