Polizei kesselt rund 200 GegendemonstrantInnen über Stunden am Stolberger Hauptbahnhof. Bis zu 6000 TeilnehmerInnen beteiligen sich laut Lokalpresse an den bürgerlichen Protesten.
...und anderswo.
"Macht zu die Tür, die Tor macht dicht, Aachen will die Nazis nicht!", so lautet das Motto des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen, welches für den 24. Dezember 2008 zu Protesten gegen den von Nazis um den Kölner Hitlerverehrer Axel Reitz geplanten Aufmarsch „Da habt ihr die Bescherung! Meinungs- und Demonstrationsfreiheit ist kein Geschenk, sondern unser Recht!“ mobilisiert.
Ab 10 Uhr will die Nazidemo vom Aachener Hauptbahnhof aus durch die Aachener Innenstadt ziehen. Hintergrund des geplanten Aufmarsches sind polizeiliche Auflagen und Verbote bei einer neofaschistischen Demonstration am 8. November. [Siehe auch: Bundesverfassungsgericht entscheidet: Nazis dürfen durch Aachen marschieren; Eilmeldung: Oberverwaltungsgericht Münster verbietet Naziaufmarsch in Aachen; Gericht entscheidet: "Nazis dürfen marschieren"]
Treffpunkt für Gegenproteste
Die für den Bahnhofsplatz angemeldete Kundgebung des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen wurde inzwischen - wie die antifaschistische Kundgebung am 08.11.08 - von der Polizei verlegt. Treffpunkt für alle antifaschistisch gesinnten Menschen, die ihren Protest auf die Straße tragen wollen, ist am Morgen des 24. Dezember ab 9:00 Uhr die Hackländerstraße (Aachen-Hauptbahnhof, links vom Eingang, von außen gesehen)
Verpflegung
Ab 08:30h gibt es Sandwiches und Heißgetränke zum mitnehmen im AZ. Außerdem können über die ganze Dauer der Gegenaktivitäten die sanitären Einrichtungen benutzt und warme Getränke nachgetankt werden.
Weitere Infos: Am 24.12. entschlossen gegen rechte Gewalt und ‚aktive Ignoranz’ (akantifaac)
Wie das Bundesverfassungsgericht als letzte Instanz am heutigen Abend entschieden hat, dürfen Nazis am Vortag des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht in Aachen unter dem Motto "Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer" marschieren. Damit bestätigt die hierzulande höchste gerichtliche Instanz die Entscheidung des Aachener Verwaltungsgerichts. Wenige Stunden zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Münster dieses Urteil aufgehoben und die Demonstration verboten.
Für alle, die nicht zulassen wollen, dass Nazis am Vorabend des
Gedenktages an die Novemberpogrome marschieren, ist der Hauptbahnhof am 8.11. um 10 Uhr Treffpunkt.
Infonummern
In Aachen ist am 8.11.2008 ab 9 Uhr der Ermittlungsausschuss für Euch erreichbar. Nr.: 0176/65411488
Ein Infotelefon gibt’s auch ab 9:30 Uhr: 0160/98615397
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat den für morgen geplanten
Aufmarsch von Neonazis durch Aachen, unter dem Motto „Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!“ verboten. Es hat damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Aachen aufgehoben. Deren Richter sahen aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht genügend Gründe gegeben, um den Aufmarsch in Gänze zu untersagen. Die Befürchtung, dass
aus dem Aufmarsch heraus Straftaten drohten, sei für ein Verbot
alleine nicht genug. Erst wenn Straftaten begangen würden, müsse
die Polizei einschreiten.
[siehe auch: Gericht entscheidet: Neonazis dürfen marschieren].
Die Mobilisierung für die Gegenproteste läuft weiter auf Hochtouren. Denn: Vorsicht ist besser als Nachsicht!
Das vom Polizeipräsident Oelze erwirkte Verbot des für den 8. November geplanten Neonaziaufmarschs in Aachen (siehe auch: Naziaufmarsch am 8. November verhindern) ist vom Aachener Verwaltungsgericht gekippt worden. Neonazis sollen also einen Tag vor dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht (diesen Samstag den 8.11.) mitten in Aachen gegen die "einseitige Vergangenheitsbewältigung" und zum Gedenken an die "deutschen Opfer" aufmarschieren dürfen.
Am 8. November 2008, einen Tag vor dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht wollen Neonazis durch die Aachener Innenstadt marschieren. Unter dem Motto "Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!" plant Axel Reitz deutsche Geschichte umzudeuten. Der Aufmarsch soll um 12 Uhr vor dem Aachener Hauptbahnhof beginnen. Als Veranstalter werden in Reitz Aufruf die «Freien Kräfte» benannt. Dabei wird es sich vorwiegend um Neonazis aus den militanten „Kameradschafts“- und „Autonomen Nationalisten“-Kreisen handeln.
Antifaschistische Gegenproteste sind in der Zeit von 10 - 15 Uhr auf dem Vorplatz des Aachener Hauptbahnhofes geplant und angemeldet. Kulturangebote und Reden von VertreterInnen verschiedener lokaler Gruppen und Organisationen sind in Vorbereitung. Weitere Infos zum genauen Ablauf folgen in Kürze.
Heute jähren sich die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen zum sechzehnten Mal. In der Zeit vom 22. - 26. August 1992 griff ein Mob, bestehend aus normalen Deutschen und offen auftretenden Neonazis, über mehrere Tage hinweg unter den Augen der Polizei das Sonnenblumenhaus, eine sog. “zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber”, und ein angrenzendes Wohnheim für vietnamesische VertragsarbeiterInnen mit Molotow-Cocktails und Steine an.
The truth lies in Rostock
Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock“ ist eine ca. 81-minütige Montage von Videomaterialien, gedreht aus den angegriffenen Häusern, aus Interviews mit AntifaschistInnen, den vietnamesischen VertragsarbeiterInnen, der Polizei, mit Bürokraten, Neonazis und Anwohnern. Sie entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse in Rostock-Lichtenhagen im attackierten Wohnheim befanden. Die Produktion zeichnet sich vor allem durch ihren authentischen, kritischen Charakter aus.
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"Wissen wir denn, ob das, was uns heute utopisch erscheint, in der nächsten, übernächsten Epoche nicht schon Realität sein kann?"
Louise Michel