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Anarchosyndikalistische Gewerkschaft

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Antifaschismus mit Schwerpunkt auf die Region Aachen

Presseschau: Nazidemo, Bürgerfest und Antifaschistische Proteste am 4. April in Stolberg

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Mit nur 530 TeilnehmerInnen blieb der heutige bundesweit beworbene Aufmarsch von Neonazis in Stolberg / Rhld. weit hinter den Ankündigungen zurück. Der Aufmarsch selbst dauerte nur rund eine Stunde an. Behinderungen bei Anreise der Nazis sorgten für einen deutlich verzögerten Beginn der Veranstaltung. Der Live-Ticker von Neonazis resümiert: Damit dürfte dieser Marsch als kürzester in die Geschichte eingehen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der TeilnehmerInnen deutlich gefallen (Vgl. hierzu: Bericht aus dem letzten Jahr).

Polizei kesselt rund 200 GegendemonstrantInnen über Stunden am Stolberger Hauptbahnhof.  Bis zu 6000 TeilnehmerInnen beteiligen sich laut Lokalpresse an den bürgerlichen Protesten.

Ablauf der Nazidemo

Es kam zu massiven Verzögerungen bei der Anreise der Nazis. Der Infoticker der Nazis spekuliert über Gleisbrände. Aufgrund eines Zwangsstopps in Eschweiler kam es nach Angaben der Nazis zu einer Spontandemo von etwa 250 Personen.  Die Demonstration wurde von der Polizei eingekesselt, die Nazis wieder zu ihrem Zug zurückgebracht. Erst nach 14 Uhr konnten sich die Nazis zur Auftaktkundgebung sammeln. Der Aufmarsch selbst mit nur 530 TeilnehmerInnen begann gegen 15:45 Uhr und erreichte bereits um 16:45 Uhr den Ort der Abschlusskundgebung. Die Veranstaltung endete gemäß der Auflagen um 17:00 Uhr. Es sprachen der Anmelder Ingo Haller, Christian Worch, Sven Skoda, sowie ein weiterer Redner. Haller sprach sowohl zum Auftakt als auch zur Abschlusskundgebung. Altermedia meldet auch 2 Festnahmen auf Seiten der Nazis durch Verstöße gegen das Versammlungsgesetz (Taschenmesser/Reizgas).

Im Anschluß an die Kundgebung versuchten sie sich ihres Abtransportes zu verwehren. In einen absoluten Wahn beginnen sie am Stolberger Bahhof ihren eigenen Zug zu entglassen und Polizeibeamte anzugreifen. Dies blieb nicht ohne Antwort der Cops. Endeffekt des Wahnsinns-Kommandos der Nazis über 50 Ingewahrsamnahmen und viele, viele blutige Nasen bei den Nasen.

Bürgerliche Proteste

Die TeilnehmerInnenzahl der bürgerlichen Gegendemonstration, die vom Kaiserplatz bis zum Stadtteil Mühle zog, wird durch Schätzungen der Stadt Stolberg als Veranstalter auf rund 2500 Menschen geschätzt. Die Gesamtzahl der an den Gegenveranstaltungen (Bratwurstfest, Prostestlauf, Demo) teilnehmenden Menschen wird in den Medien auf bis zu 6.000 Menschen geschätzt.

Polizeikessel am Stolberger Hauptbahnhof

Die Kampagne „No Nazis in Aachen", die vom AK Antifa Aachen und dem Antifa AK Köln organisiert wird, war der einzige Antifa-Zusammenhang der zu Protesten aufgerufen hatte. Nachdem die Kundgebung und Demonstration der Kampagne „No Nazis" von der Polizei mit fadenscheinigen Begründungen faktisch in Stolberg verboten worden war und die Polizei antifaschistische Versammlungen für den Tag nur Zitat in „Köln-Chorweiler" erlaubt hätte, folgte Plan B der Kampagne.

Bereits am Vormittag kesselte die Polizei am Stolberger Hauptbahnhof ca. 300 GegendemonstrantInnen über Stunden ein: Gegen 11 Uhr erreichten zeitgleich Züge aus Köln und Aachen den Stolberg Bahnhof, wo die Nazis gegen 12 Uhr umsteigen mussten in die Bimmelbahn von Stolberg um zu ihrem Auftaktkundgebungsort zu gelangen. Die Polizei hatte schon Vorbereitungen getroffen und wollte die Anwesenden sofort einer kompletten Erkennungsdienstlichen Behandlungen unterziehen. Jedoch kam alles anders als die Polizei gedacht hatte. Die AntifaschistInnen besetzten den Bahnsteig, an dem die Nazis hätten umsteigen müssen. Sichtlich überrascht, musste die anwesenden Hundertschaftbullen die Lage erstmal neu sondieren. Besser wurde es für die Polizei auch nicht nachdem nach mehrfachen Aufforderungen das Bahngleis zu räumen, die AntifaschistInnen Ketten bildeten und lautstark riefen: „Ihr kriegt uns hier nicht weg!!"

Derweil war 12 Uhr gekommen und das vollkommene Chaos brach bei der Polizei am Stolberger Bahnhof aus. Teilweise waren einzelne Nazis inzwischen per Auto angereist, aber die zwei Nazi-Züge mit mehren Hundert NationalsozialistInnen standen erst mal still, da die Polizei nicht wusste wohin mit Ihnen. Nach über einer halben Stunde fuhren die Nazizüge weiter Richtung Eschweiler, wo nach bisher nicht bestätigten Informationen die NationalsozialistInnen einen kurzen Aufenthalt machen mussten. Alles sah dannach aus, dass der Nazi-Aufmarsch in Stolberg gelaufen sei.

Jedoch die Polizei aus ganz NRW wollte um jeden Preis die Nazis laufen lassen und so eskalierte die Situation am Bahnhof Stolberg.

Kampfhundestaffel gegen AntifaschistInnen

Nachdem nur Einzelne den Aufforderungen der Polizei nachkamen die Blockade zu verlassen, ließ die Polizeiführung ihre Kampfhundestaffel auf die ersten Reihen los. Nur durch geschicktes Vermögen der ersten Reihen gab es keine schwerern Verletzten bei diesen Angriff der Riotcops. Leider mussten zwei Fronttransparente dran glauben, die von den wild gewordenen Kampfhunden zerfetzt wurden.

Neben den Kampfhunden schlug, trat und schubste die Polizei derart, dass später zwei Personen einer ärztlichen Behandlung bedurfte.

Nachdem drei Räumungsversuche durch die Polizei gescheitert waren, verstärkte sie nochmals mit weiteren Hunderschaftszügen und einer erhöhte Gewalt-Intensität den vierten Räumungsversuch.Unter diesem massiven Polizei-Angriff konnte die Blockade leider nicht weiter standhalten, was auch in Anbetracht der Verletzten nicht weiter vertretbar war.

Im Anschluss an die Blockade wurden ungefähr 200 AntifaschistInnen mehrere Stunden am Bahnhof Stolberg in einen Kessel in Gewahrsam gehalten. Über 20 AntifaschistInnen wurden unter fadenscheinigen Begründungen zur Gefangensammelstelle gebracht.

Blockade erfolgreich!!! Naziaufmarsch mit 4 Stunden Verspätung

Die Blockade Aktion von AK Antifa Aachen und Antifa AK Köln war nichts desto trotz ein Erfolg. Die Nazis konnten nicht wie geplant um 12 Uhr sondern erst gegen 16 Uhr komplett ihre Auftaktkundgebung erreichen.

Ergänzend dokumentieren wir einen Bericht, der auf Indymedia erschienen ist:

Nachdem wir am Hauptbahnhof angekommen waren und erfolgreich den Ankunftsort der Nazis blockieren konnten, setzte die Polizei nach und nach immer brutalere Gewalt gegen friedliche Demonstranten ein. Über Zahlen der Teilnehmer auf unserer Seite weiss ich nichts. Die Polizei fing an einzelne Demonstranten aus der Menge zu holen und löste die Blockade auf. Mit Hundestaffeln wurden die Demonstranten eingeschüchtert. Der Vorfall von Freitagabend, als Demonstranten von Polizeihunden gebissen wurden, zeigt, dass auf Menschlichkeit der Polizei kein Verlass ist (Siehe auch: Presseschau: Nazidemo, Straßenfest und Antifaschistische Proteste am 3. April in Stolberg). Nur wenige mutlose und keineswegs lobenswerte entfernten sich sofort von der Menge und blieben so verschont. - Diese sollten mal über ihre Moral und den Einsatzwillen nachdenken. Alle verbliebenen Demonstranten wurden 100 Meter getrieben und dort von der Polizei eingekesselt.

Nach mehr als einer Stunde kam eine Durchsage der Polizei, dass Kinder, Jugendliche, Behinderte und Schwangere sich melden sollten, um aus dem Kessel heraus zukommen.
Alle die sich meldeten wurden allerdings in einen anderen Kessel gesteckt und dort erstmal von allen Informationen und Rechten abgeschnitten.
Vom angekündigten trat nichts in Kraft. Aufregung gab es nur hin und wieder, als Nazis aus Zügen ausstiegen und 100 Meter entfernt ihr hässlichen Fahnen schwenkten.
Nach etwa 2einhalb Stunden begann die Polizei dann damit Namen der Teilnehmer aufzurufen, diese wurden dann ohne Hemmungen kontrolliert und teilweise fotografiert und gefilmt. Dieser Vorgang stoppte allerdings wieder nach wenigen Minuten und begann dann erst nach etlichen Minuten wieder. Die Personen im "Erwachsenenkessel" wurden, meiner Kenntnis nach, nicht behandelt und mussten noch Stunden länger warten.

Nachdem die Prozedur der Polizei beendet war, bekam mensch einen Platzverweis für die Innenstadt aus gesprochen - bzw. alle, die ausserhalb Stolbergs wohnhaft sind, einen für ganz Stolberg. Mit dem Zug ging es dann in die jeweiligen Wohnorte zurück.

Über den Erwachsenenkessel ist soviel zu sagen, dass sich immer noch die meisten Personen im Kessel befinden und erst nach nach und nach aufgerufen werden um die Prozedur der Kontrolle und allem dazugehörigen der Polizeilichen Schikane über sich ergehen zu lassen. Ob ein Platzverweis ausgesprochen wird oder eine Ingewahrsamnahme stattfindet ist zu diesem Zeitpunnkt noch ungewiss.

(Redigierte) Textquelle(n): Naziaufmarsch in Stolberg kein Erfolg; Stundenlanger Kessel am Hauptbahnhof Stolberg; Roter Teppich für Faschisten; Stolberg: Antifa-Blockade erfolgreich

Weiterführende Links:

Aachener Nachrichten: 2500 Menschen setzen ein Zeichen gegen Rechts

 


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