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Mehr Stellen im Bereich der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse E-Mail
Freitag, 16. November 2007
Wie die Knappschaft "Bahn See" am vergangenen Freitag mitgeteilt hat, ist die Zahl der geringfügig beschäftigten Aushilfen in Privathaushalten und Unternehmen im vergleich zu den Vorjahren weiter deutlich gestiegen. Insgesamt waren im dritten Quartal des Jahres rund 6,6 Millionen Menschen als Minijobber angestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist ein Anstieg um 3,7 Prozent zu verzeichnen. Mit rund 6,5 Millionen Menschen sei die große Mehrzahl im gewerblichen Bereich angestellt gewesen, in Privathaushalten arbeiteten etwa 148000 geringfügig Beschäftigte.

 
Minijobs und ihre Auswirkungen

Seit 2003 dürfen MinijobberInnen 400 Euro pro Monat sozialversicherungsfrei (dazu) verdienen. Dabei gibt es keinerlei Stundenbegrenzungen. Böse Zungen behaupten, mancher Minijob grenzt an einer Sklaventätigkeit ohne wirklichen Finanziellen ausgleich.

Durch die Einführung von Minijobs sind inzwischen viele reguläre Beschäftigungsverhältnisse in geringfügige Beschäftigungsstellen umgewandelt worden. Die bisher als existenzsichernd geltenden Beschäftigungen sind oftmals zu Billigjobs geworden. Nicht selten wird geltendes Arbeitsrecht mit Füssen getreten (allerdings nicht nur im Minijob-Bereich). Zum Beispiel wird die Regelung zu Urlaubs- und Krankengeld oftmals nicht eingehalten.

Schönheitskur für Statistiken

Für viele Menschen ohne Arbeitsplatz wird der Wegfall der Stundenbegrenzung zum Problem: Wer mehr als 15 Wochenstunden arbeitet, gilt nach heutigem Arbeitsrecht nicht mehr als "arbeitslos". Wer durch einen sehr geringen Stundenlohn so viele Wochenstunden in seinem Minijob anhäuft, fällt aus der Arbeitslosenstatistik heraus und hat keinen Anspruch mehr auf:

  • Vermittlung
  • Mobilitätshilfen
  • Weiterbildungsförderung
  • Existenzgründungszuschüsse

Für den Weg zurück in eine die sog. "Existenz sichernde Arbeit" bekommen betroffene Menschen in der Regel keine Hilfe der ARGE mehr, obwohl sie von dem Job der ihnen max. 400 € nicht leben können.

Schöne neue MinijobberInnenwelt...

Quellen: JungeWelt, WDR Servicezeit 



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