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| Freitag, 1. Februar 2008 | |
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Nach den Vorfällen am gestrigen Karneval-Donnerstag in der Aachener Innenstadt beziehen
Vertreterinnen und Vertreter verschiedener antifaschistischer Gruppen
und Organisationen aus dem Großraum Aachen Position. Wir dokumentieren an dieser Stelle die (Presse-) Erklärung.
Neonazis provozieren in der Aachener Innenstadt – privater
Sicherheitsdienst und Polizei gehen gegen antifaschistische Jugendliche
vor
Beschreibung der Vorkommnisse
Etwa 35 kostümierte Neonazis, darunter Aktivisten
der „Kameradschaft Aachener Land“ hielten sich am Rande des
Marktplatzes auf. Eine handvoll antifaschistischer Jugendlicher, die
zufällig auf die Gruppe stiess, wurde von diesen gegen 11 Uhr
umzingelt, bedrängt und fotografiert.
Infolgedessen rissen Mitarbeiter eines privaten
Sicherheitsdienstes, der vermutlich im Auftrage der Stadt Aachen zur
Unterstützung des Ordnungsamts angeheuert wurde, einen der bedrängten
Jugendlichen mit roher Gewalt zu Boden, nachdem dieser sich nicht von
den Mitarbeitern des privaten Sicherheitsdienstes grundlos wegführen
lassen wollte. Die ärztliche Diagnose des zu Boden gerissenen
jugendlichen Antifaschisten lautet: Schädelprellung mit Schürfwunde am
Kopf, Verstauchung eines Ellenbogens, Kratzspuren am Unterarm.
Der Verletzte wurde festgenommen und zunächst in
das Verwaltungsgebäude am Katschhof gebracht. Drei Freunde begleiteten
ihn dorthin. Im Beisein von zwei bekannten Neonazis aus Aachen und
Düren wurden dort die Personalien des Betroffenen aufgenommen. Als die
Jugendlichen dagegen protestierten, dass die Neonazis den
Personalausweis des Verletzten einsehen und sogar abfotografieren
konnten, wurden auch die drei Begleiter von der Polizei festgenommen.
Die antifaschistischen Jugendlichen wurden erkennungsdienstlich
behandelt und teilweise bis 19 Uhr festgehalten.
Währenddessen zog die Neonazi-Gruppe – zeitweise
bis auf rund 40 Personen angewachsen - weiter durch die Stadt. Im
weiteren Verlauf des Tages attackierte diese eine Gruppe Punks am
Elisenbrunnen. Ob es bei diesem und anderen Vorfällen weitere Verletzte
gegeben hat, ist derzeit unbekannt. Weiterhin sollen Migranten und
andere Passanten durch die Neonazis provoziert und beschimpft worden
sein. Dabei soll auch der „Hitlergruss“ gezeigt worden sein.
Die Unterzeichner kritisieren in einer ersten
gemeinsamen Stellungnahme das Vorgehen der Polizei und des
Sicherheitsdienstes. Nach glaubhaften Augenzeugenberichten hätten die
privaten Wachleute völlig unangemessen und einseitig eingegriffen. Die
antifaschistischen Jugendlichen seien demnach friedlich gewesen und der
Sicherheitsdienst habe sie offenbar grundlos abführen wollen.
Stellungnahme
„Allem Anschein nach trägt diese private
Sicherheitsfirma nicht zur Sicherheit bei, sondern ist selbst ein Teil
des Problems“, heißt es in der am Freitag verbreiteten Stellungnahme.
„Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn in Aachen private
Hilfssheriffs eingesetzt werden sollten, um gewaltsam gegen
Antifaschisten vorzugehen. Den Mitarbeitern der Sicherheitsfirma
empfehlen wir den Besuch einer Fortbildung über die Gefahren der
extremen Rechten. Wir fordern zudem Aufklärung über das Vorgehen der
Polizei. Während diese hart gegen antifaschistische Jugendliche
vorging, konnten die Neonazis offenbar bis in den Nachmittag hinein
ungestört durch Aachen ziehen. Die Aachener Bevölkerung rufen wir auf,
sich den Umtrieben von Nazis auch in der Aachener Innenstadt
entgegenzustellen und die örtlichen antifaschistischen Gruppen zu
unterstützen.“
UnterzeichnerInnen
Vertreterinnen und Vertreter der Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA)
Aachen, der Partei DIE LINKE, der DKP Aachen, des ak sub.version, der
FAU Aachen, der UWG Bürgerwille Aachen, der Antifaschistischen Aktion
Aachen, des Anti-Kriegs-Bündnisses Aachen, der SDAJ Aachen, der FDJ
Aachen, der SAV Aachen, der Antifa Düren sowie Horst Schnitzler
(Mitglied des Aachener Stadtrates), Marc Treude (Mitglied des Aachener
Stadtrates), Andrej Hunko (Mitglied im Landesvorstand der Partei DIE
LINKE) und weitere Aachener AntifaschistInnen.
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