Pünktlich zu Weihnachten- jedoch eigentlich Zeitlos- gibts bei DadA-Web einen Podcast der besonderen Art auf die Ohren: Eine der bekanntesten Schriften "Die Gottespest" des Anarchisten Johann Most, erstmals erschienen im Jahre 1883. In der "Gottespest" setzt sich Most mit der Religion im allgemeinen auseinander. Vertont wurde der Podcast von dem Schauspieler, Regisseur und Nachrichtensprecher Wolfram Haack.
Johann Most
(1846-1906) war ein Feuerkopf. In der deutschen Arbeiterbewegung der
1870er und 1880er Jahre gab es keinen Agitator, der ihm an Leidenschaft
und Courage gleichgekommen wäre. Sein rastloses Leben begann mit einer
bitteren Kindheit und endete in trüber Isolation.
Nach einer Buchbinderlehre und anschließenden Wanderjahren
schloss sich Johann Most Ende der 1860er Jahre der sozialistischen
Bewegung an. Anfang der 1870er Jahre war er Redakteur und Herausgeber
sozialdemokratischer Zeitungen in Chemnitz, Mainz und Berlin. 1874
wurde er zum ersten Mal in den Reichstag gewählt. Zum behäbigen
Funktionär war Johann Most jedoch nicht geschaffen. Seine politischen
Ansichten und sein hitziges Temperament trugen ihm in seinem Leben
immer wieder Verfolgungen ein. Die Immunität, die er als Abgeordneter
genoss, half ihm da wenig. Auf eine Rede hin, die er zum Andenken an
die Pariser Kommune hielt, wurde er 1874 wegen Majestätsbeleidigung und
Gotteslästerung zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Atheismus
machte Most zum Buhmann der Öffentlichkeit, besonders seitdem er, ganz
im Gegensatz zur Parteilinie, den Massenaustritt aus den Landeskirchen
propagiert hatte.
Als im Oktober 1878 in Deutschland das Sozialistengesetz erlassen
wurde, wurde Most aus Berlin ausgewiesen. Er musste Deutschland
verlassen und es folgte ein lebenslanges Exil. Erst emigrierte er nach
Frankreich, dann nach England und schließlich in die USA. In allen
seinen Exilländern eckte er mit seiner revolutionären Propaganda bei
der Obrigkeit an und handelte sich immer wieder neue Haftstrafen ein.
Most entwickelte sich in der Emigration zum militanten Anarchisten und
wurde einer seiner prominentesten deutschen Repräsentanten.
Most blieb bis Ende seines Lebens ein radikaler Atheist und hat diverse
antireligiösen Pamphlete geschrieben. Die berühmteste seiner Schriften
ist die 1883 in New York erschienene "Gottespest", die seitdem in
unzähligen Auflagen und Übersetzungen erschienen ist. In der
"Gottestpest" setzt sich Most mit der Religion im allgemeinen
auseinander. Und er macht dies in dem für ihn so typischen derben
humorvollen Stil. Gelesen wird die "Gottestpest" von dem Schauspieler,
Regisseur und Nachrichtensprecher Wolfram Haack.
Laufzeit: 40:01:00 min. • Größe 38,4 MB (also etwas Geduld beim Download!) • Sendung vom 18.12.2007 • DadA-Podcast, Nr. 1 • Produziert mit freundlicher Unterstützung von Radio Chiflado • © Copyright by DadAWeb.de und Wolfram Haack.
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