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Antifaschistische Demonstration in Stolberg
Rund 850 Menschen, vorwiegend aus der Region Stolberg / Aachen, demonstrierten am 26. April unter dem Motto "Stolberg wird kein Wallfahrtsort – Neonazis stoppen" durch Stolberg. Aufgerufen zur Demonstration hatte unter anderem das Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen. Der
Protest richtete sich
gegen einen von der NPD angemeldeten und bundesweit beworbenen
Aufmarsch. Es war der dritte Aufmarsch von Neonazis innerhalb der
vergangenen 3 Wochen. [Mehr dazu: Hintergründe zu den Aufmärschen von Neonazis in Stolberg].
Nach dem Auftakt auf dem Kaiserplatz führte der Protestzug die TeilnehmerInnen durch den Steinweg bis zum Willy-Brandt-Platz und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Im Anschluss versammelten sich Teile der DemonstrantInnen an den Absperrungen in der Nähe der Villa Lynen um lautstark gegen den "Trauermarsch" und die sich versammelnden Nazis zu protestieren, wo es kurzzeitig zu Rangeleien mit der Polizei kam. Die Abschlusskundgebung fand in Sichtweite der Neonazis statt und
dauerte nach Verhandlungen mit der Polizei bis zum Abzug der Rechten;
derweil begab sich ein Teil der DemonstrantInnen an den Bastiansweiher
und zur Absperrung Am Großen Rad, um den Aufmarsch nach Möglichkeit zu
stören. Die Proteste dauerten insgesamt mehr als 6 Stunden an.
Bundesweit beworbener Aufmarsch der NPD
Etwa 450 Neonazis folgten dem bundesweiten Aufruf "Gegen Ausländergewalt und Inländerfeindlichkeit – Kriminelle Ausländer raus!" der NPD. Ein Großaufgebot der Polizei - mehr als 1500 eingesetzte BeamtInnen aus Teilen von NRW und mit Unterstützung von BundespolizistInnen - ermöglichte den NeofaschistInnen den Weg von der Stolberger Stadthalle durch das hauptsächlich von MigrantInnen
bewohnte Stolberger Mühlenviertel. Der Demozug zog weiter zum Tatort in der Birkengangstraße
über die Eschweilerstraße zurück zur Abschlusskundgebung am
Bastiansweiher.
Wie auf einschlägigen Seiten zu lesen ist, waren als "prominente Gäste" und teilweise auf der Rednerliste vertreten: Udo Voigt (NPD-Parteichef), Peter Marx (NPD-Generalsekretär), Michael Schäfer (JN-Chef), Thorsten Heise (Mitglied des NPD-Bundesvorstandes), Sascha Wagner (stellvertretender NPD-Vorsitzender aus Rheinland-Pfalz), Axel Reitz (Neonazi aus Köln), Sven Skoda (Düsseldorf) und der Anmelder der Neonazidemo vom 12. April,
Christian Worch (Hamburg).
Gestern kündigte Christian Worch an, jährlich Trauermärsche für Kevin P. in Stolberg abzuhalten. Im schwedischen
Salem, in dem im Jahr 2000 ein Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit
MigrantInnen starb, findet jährlich einer der größten
NS-Aufmärsche Europas statt. Da es neonazistischen Organisationen
anfangs gelang, ihren Aufmarsch als "Trauermarsch" darzustellen, hat
die Öffentlichkeit nicht reagiert.
Nachbarschaftsfest "Stolberg ist Bunt - nicht Braun" verboten
Das im Vorfeld für den Morgen des 26. April geplante Fest "Stolberg ist Bunt - nicht Braun" wurde von der Polizei verboten. Diese Entscheidung wurde am vergangenen Mittwoch zunächst mündlich mitgeteilt. Die Polizei hegte scheinbar
Sicherheitsbedenken, da das Fest im abgesperrten Stolberger Stadtteil
Mühle unmittelbar an den Ort der NPD-Kundgebung angrenzen sollte.
Beeinträchtigungen, Übergriffe und Ingewahrsamnahmen
AnwohnerInnen mussten zahlreiche Beeinträchtigungen wegen des Großeinsatzes der Polizei ertragen, es kam zu Übergriffen und
Gewahrsamnahmen gegen Neonazi-GegnerInnen: Etwa 17 AntifaschistInnen wurden wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz bzw.
Vermummungsverbot vorübergehend in Gewahrsam genommen.
5 Festnahmen gab es auf Seiten der RechtsextremistInnen, unter anderem wegen des mitführens von gefährlichen Gegenständen
wie Waffen.
Fest gegen Rechstextremismus und Fremdenhass
Bereits am Vorabend fand ein Fest des Stolberger Bündnisses gegen Radikalismus auf dem Jordansplatz unter dem Motto Gegen Rechstextremismus und Fremdenhass statt an dem sich 1200 BürgerInnen beteiligten. Die Neonazis dürfte diese `Gegendemonstration´ allerdings nicht sonderlich gestört haben.
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