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Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Privilegien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung.
(Michail Bakunin)

 

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Bericht: Demo gegen den geplanten NPD-Aufmarsch in Düren E-Mail
Montag, 24. September 2007
antifa_aktion.jpgAm 22.09.2007 setzten 1400 AntifaschistInnen in der Dürener Innenstadt (unter dem Motto „Für antifaschistischen Lifestyle & nazifreie Straßen“) ein Zeichen gegen die aufkeimenden Neonazi-Aktivitäten in der Region Düren/Aachen. Neben der eigentlichen Antifa-Demonstration wurden in der Dürener Innenstadt zahlreiche Infostände und Aktionen von Bündnispartnern initiiert. Alles in allem also ein mehr als Erfolgreicher Tag. An der Demo der NPD nahmen zwischen 150- 60 Personen teil (Anzahl der TeilnehmerInnen im Verlauf des "Marsches durch Düren gegen Inländerfeindlichkeit..." abnehmend).


Dürener AntifaschistInnen in Aktion

Um 10 Uhr versammtelten sich rund 600 TeilnehmerInnen zu einer Auftaktkundgebung am Dürener Hauptbahnhof. Es wurden Redebeiträge von jeweils einem Vertreter der Antifa Düren und der VVN/Bda gehalten, die auf der Internetseite der Antifa Düren dokumentiert sind:

Die Antifa-Demonstration zog zunächst lautstark durch Nord-Düren und dann Richtung Innenstadt- unter anhaltendem Beifall von PassantInnen und BündnispartnerInnen. Zahlreiche Dürener BürgerInnen schlossen sich im Verlauf des Demonstrationszuges den Protestierenden an, so dass am Abschlusskundgebungsplatzes etwa 1400 TeilnehmerInnen gezählt werden konnten.

Anektdote am Rande: Laut Berichten von teilnehmenden AntifaschistInnen, war der Stand der CDU harscher Kritik wegen der Haltung von Bürgermeister Larue zum rechten „Bund der Vertriebenen“ und seiner Hetze gegen die Antifa-Bewegung ausgesetzt. (Mehr zu diesem Thema auf der Webseite der Antifa-Düren.) Hunderte buhten und pfiffen die CDU-Parteigänger aus.

Auszug aus dem Bericht der Antifa-Düren auf Indymedia

An der Ecke Hans-Brückmann-Straße / Arnoldsweilerstraße gab es einen ersten ernsthaften Versuch, die Polizeiabsperrungen zu überwinden und den NPD-Aufmarsch zu blockieren. Am Wirteltorplatz löste sich die Antifa-Kundgebung auf. Später gelangten Kleingruppen auf die Route der Neonazis. Durch Blockaden wurde der Umzug der NPD erheblich beeinträchtigt. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich zudem an insgesamt sechs Kundgebungen, die von der Antifa Düren angemeldet worden waren und von Mitgliedsorganisationen des Dürener Bündnisses gegen Rechts gestaltet wurde. Hierdurch war der NPD der Weg in die Innenstadt weitgehend verwehrt. Festnahmen oder Gewahrsamnahmen von AntifaschistInnen gab es nach unserer Kenntnis nicht.


Demo der NPD


Der NPD-Kreisverband und (Freie-)Kameradschaften hatten monatelang überregional für den Aufmarsch in der Dürener Innenstadt mobilisiert. Nach anhaltenden internen Streitigkeiten und Boykottaufrufen ( mehr dazu bei Klarmanns Welt) versammelten sich ab etwa 11 Uhr rund 130 NPD-Anhänger am Südausgang des Dürener Bahnhofes. Laut angaben örtlicher AntifaschistInnen, wurden antifaschistische Parolen wie „Nazis sind Menschenschänder“ und „Nazis raus“ am Auftakt-Kundgebungsplatz der NPD mit schwarzer Folie überklebt worden. Dürener PassantInnen entfernten die Folien  allerdings wieder.

Auszug aus dem Bericht der Antifa-Düren auf Indymedia

Nur etwa 130 Personen folgten dem NPD-Aufruf, diese Zahl sank im Laufe der Zeit, sodass an einer improvisierten Kundgebung in der Oberstraße nur noch etwa 70 – 80 Neonazis teilnehmen. Eine ursprünglich auf dem Chlodwigplatz geplante Kundgebung konnte nicht stattfinden, weil dieser durch AntifaschistInnen blockiert war. Der Neonazi-Umzug kam aufgrund der Blockade für mehr als 45 Minuten zum Stehen. An vielen Stellen protestierten AntifaschistInnen und AnwohnerInnen direkt an oder auf der NPD-Route.


Über die Redner und deren Beiträge

Bei der improvisierten Kundgebung traten als Redner Oliver Harf (NPD-Ratsherr in Stolberg), Willibert Kunkel (Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Aachen / Vorsitzender der NPD-Stadtratsfraktion in Stolberg), Eric Leu (Kerpen, Kreisvorsitzender der NPD Rhein-Erft), Lars Spönlein (NPD Krefeld) und Ralf Tegethoff (Kameradschaft Bonn / Rhein-Sieg). Nach kurzer Zeit fiel die Lautsprecheranlage der Neonazis aus, sodass von den Redebeiträgen kaum etwas zu verstehen war. Nachdem Tegethoff in seinem Redebeitrag gegen Auflagen verstoßen hatte, wurde diesem die Festnahme angedroht. Offenbar leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Die Neonazis skandierten während ihres Umzuges Parolen wie „Nationaler Sozialismus – jetzt!“ und bezogen sich damit offen auf den Hitler-Faschismus. Während des Rückwegs zum Bahnhof rief der NPD-Kreisvorsitzende seine „Kameraden“ zu Spenden auf. Haller behauptete, der „politische Gegner“ habe am Lautsprecherwagen der Neonazis Reifen zerstochen. Hintergrund könnte ein Konflikt zwischen verschiedenen Strömungen der Neonazi-Szene sein. Aufgrund des eskalierenden Streites hatten Sven Skoda und Thomas Wulff (zwei „prominente“ Neonazis), die ursprünglich als Redner in Düren angekündigt waren, ihre Teilnahme abgesagt.

Fazit der Antifa Düren

Die Neonazis konnten nur dem unter Schutz eines großen Polizeiaufgebotes durch Düren marschieren und ihre rassistische Hetze verbreiten. Dank des Engagements aktiver AntifaschistInnen, die die Losung „Kein Platz für Neonazis“ ernst nahmen, wurde eine NPD-Kundgebung am Chlodwigplatz erfolgreich verhindert.

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