FAU-Aachen - anarcho-syndikalistische Gewerkschaft

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FAU-Aachen - anarcho-syndikalistische Gewerkschaft

Bericht vom Aktionstag gegen Starbucks in Aachen und anderswo

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Tags: Starbucks

gewerkschaftskaffee2.jpgAm 5. Juli 2008 haben GewerkschafterInnen und AktivistInnen in rund 20 Ländern rund um den Globus auf unterschiedlichste Weise gegen die gewerkschaftsfeindliche Praxis des Kaffeehaus-Multis Starbucks protestiert. In Deutschland beteiligten sich AktivistInnen in mindestens 15 größeren Städten an Aktionen gegen Starbucks-Filialen. Im Mittelpunkt standen dabei die Beschäftigten und KundInnen des Konzerns. Unmittelbarer Anlass für den Globalen Aktionstag war die Entlassung des CNT-Mitglieds Monica in Sevilla und die von Cole, einem Mitglied der Starbucks Workers Union der IWW in Grand Rapids, Michigan, USA. [Siehe auch: Globaler Aktionstag gegen Starbucks am 5. Juli 2008]

Aktion vor der Starbucksfiliale in Aachen

Am Samstag morgen gegen 11 Uhr bauten GewerkschafterInnen der FAU-Aachen und deren UnterstützerInnen (ein fettes Dankeschön!) ihren Stand mit 5 Litern zapatistischem Gratis-Kaffee, Biomilch und Rohrzucker auf und verteilten Flugblätter. Zunächst wurde die Außengastronomie des Starbucks-Ladens auf dem Aachener Markplatz mit Flugblättern eingedeckt und die dort sitzenden KundInnen über die anti-gewerkschaftliche Haltung und -Praxis des Konzerns informiert. Zeitgleich wurden fleißig Flyer an PassantInnen verteilt und zum Gratis-Käffchen eingeladen.
Während der Aktion kam es zu vielen interessanten Gesprächen mit Interessierten. Die Resonanz auf die Aktion war - mit 1-2 Ausnahmen - durchweg positiv.

Da sich Teile der FAU-Aachen und deren FreundInnen erst am späten Freitag abend zur Aktion vor der lokalen Starbucks-Filiale entschlossen hatten, wird das gute Gelingen als besonders positiv bewertet.

Polizei und Ordnungsamt ließen sich - zu unserem Erstaunen - nicht blicken, so dass wir gegen 12:15 Uhr zufrieden und unbehelligt unseren kleinen Stand samt leerer Kannen zusammen packen konnten.

Für unsere nächste Aktion - denn wir kommen wieder, keine Frage! - werden wir die Wünsche und Ideen unserer GesprächspartnerInnen aufgreifen und unser Angebot mindestens um aufgeschäumte Milch zum Käffchen erweitern Laughing.

Eine (unvollständige) Übersicht des Aktionstages mit Kurzberichten aus Städten weltweit findet ihr auf FAU.org.


Dokumentation des Flugblattes

Dieser Kaffee schmeckt bitter!

„Wir schaffen uns ein großartiges Arbeitsumfeld und behandeln uns mit Respekt und Würde.“ Mit diesen hübschen Worten beschreibt STARBUCKS in seinem „Mission Statement“ die Arbeitsatmosphäre in den tausenden von Filialen und Franchises des Konzerns. Doch schaut man hinter die Kulissen, entpuppt sich dies als wenig mehr denn schöne Worte zur Beruhigung der Kundinnen und Kunden. Seit Jahren feuert STARBUCKS immer wieder Beschäftigte, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. In den USA, in Spanien, weltweit. Letztes Beispiel in der langen Kette anti-gewerkschaftlicher Praktiken bei STARBUCKS ist die Entlassung der „Barista“ (so nennt STARBUCKS die ArbeiterInnen) Monica in Sevilla. Weil schon lange der Punkt erreicht, wo es reicht, informieren wir heute Beschäftigte, Kundinnen und Kunden an vielen Orten rund um den Globus über die Zustände bei STARBUCKS. Wir möchten Sie bitten, mit dazu beizutragen, dass der Konzern endlich die Rechte der Beschäftigten respektiert.

Am 24. April wurde Monica gefeuert. Sie ist aktives Mitglied der wenige Monate zuvor von den Beschäftigten ins Leben gerufenen Betriebsgruppe der Gewerkschaft CNT bei STARBUCKS in Sevilla. Die CNT fordert ihre sofortige Wiedereinstellung und hat bereits erste Unterstützungsaktionen in Filialen der Stadt durchgeführt.
Das Vorgehen gegen Monica gleicht demjenigen, mit dem STARBUCKS bereits zuvor in den USA mehrfach gegen den Versuch von ArbeiterInnen vorgegangen ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren, um die eigenen Bedingungen zu verbessern. Auch dort werden immer wieder Leute gefeuert, die sich in der »Starbucks Workers Union (SWU)« der Gewerkschaft IWW organisieren. Gegen dieses Vorgehen sind mehrere Verfahren wegen anti-gewerkschaftlicher Praktiken vor Arbeitsgerichten in den USA anhängig. Dabei hatte der Kaffee-Multi bereits vor einem Jahr in einem anderen Fall zusichern müssen, Maßregelungen und Einschüchterungen gegen ArbeiterInnen einzustellen, die der SWU beitreten. Vorausgegangen war eine Welle von Protestaktionen vor STARBUCKS-Filialen in den USA. Der Multi weiss sehr genau, warum er keine organisierten Beschäftigten in seinen Filialen möchte. Schließlich musste der Konzern oft genug Zugeständnisse bei den Arbeitsbedingungen, den Arbeitszeiten und den Trinkgeldern machen, wenn sich die Baristas erst einmal zusammengetan hatten.
Angesichts der Tatsache, dass STARBUCKS in mehreren Ländern versucht, gegen gewerkschaftliche Organisierung vorzugehen, haben sich die CNT Sevilla und die SWU Grand Rapids entschlossen, für heute einen globalen Aktionstag auszurufen, um koordiniert gegen diese Praktiken vorzugehen. In den vergangenen Jahren haben wir bereits in mehreren Städten und zu wiederholten Anlässen Aktionen bei STARBUCKS durchgeführt, um gegen das anti-gewerkschaftliche Verhalten des Konzerns zu protestieren, über die Arbeitsbedingungen aufzuklären und um unsere Solidarität mit KollegInnen auszudrücken. Damit die Bosse nicht nur bei STARBUCKS merken, dass ein Angriff auf eine von uns ein Angriff auf alle ist und dass sie darauf die passende Antwort erhalten werden!
Auch STARBUCKS muss endlich begreifen: Beschäftigte haben das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren!
Weltweit. Das gilt auch für die vielen prekär beschäftigten Schüler und studentischen Aushilfen. Ob der Konzern das will oder nicht.

Nicht jammern, sondern organisieren!

Wollen Sie wirklich bei Gewerkschaftsfeinden konsumieren?

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