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| Sonntag, 16. März 2008 | |
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Berlin. Eine der größten Blamagen der neueren Tarifkampfgeschichte zeichnet
sich derzeit in Berlin ab. Noch bevor bei den Berliner
Verkehrsbetrieben (BVG) die Verhandlungen zwischen ver.di und dem
kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) wiederaufgenommen wurden, scheint
ver.di auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten zu wollen. Statt
12 Prozent Lohnerhöhung soll es nur noch um drei Prozent gehen, die
Forderung nach einer Mindestlohnerhöhung von 250 Euro für alle ist vom
Tisch und statt 12 Monaten Laufzeit will ver.di offenbar auch 30 Monate
akzeptieren. Statt einem großmäuligen "ordentlichen Schluck aus der
Pulle" scheint sich die nächste Reallohnverlust-Schlappe mit
Gewerkschaftssegen abzuzeichnen.
In der Tarifauseinandersetzung für die Beschäftigten bei den Berliner
Verkehrsbetrieben scheint ver.di nach zehn Streiktagen auf der ganzen
Linie einzubrechen. Angesichts der unnachgiebigen Haltung der großen
Berliner Koalition der SozialdemokratInnen aus SPD und "Die Linke"
rudert die Dienstleistungsgewerkschaft mit Volldampf zurück. So
signalisierte einem Bericht der Tageszeitung "Junge Welt" zufolge jetzt
der ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler, dass die Gewerkschaft statt
dem versprochenen deutlichen Einkommenszuwachs auch bereit ist, über
einen deutlichen Reallohnverlust für die nächsten 30 Monate zu
verhandeln. Hauptsache der KAV stimme einem "verbindlichen
Verhandlungskorridor" zu. Im Gegenzug sein man bereit, den Streik
zunächst auszusetzen. Der Tageszeitung "Die Welt" gegenüber deutete
Bäsler sogar, dass man auch ohne neue Verhandlungen bereit sei, "Teile
des Betriebs wieder ans Netz gehen zu lassen".
Quelle: Autor Hupe @ Fau.org Weitere Texte und Artikel Neuere Artikel
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