Maria bekam einen befristeten Vertrag, nachdem sie einen Tag zur Probe gearbeitet hatte, unbezahlt, versteht sich. Sie zeigt ihren Vertrag, er verÂspricht sechs Euro brutto in der Stunde. »Das stimmt aber nicht«, sagt Maria. »Es ist besser. Wir bekommen 7,05 Euro pro Stunde. Allerdings ist das ein Teilzeitvertrag. Ich sollte nur 20 Stunden pro Woche arbeiten. In Wirklichkeit arbeite ich viel länger, und dann kommt noch der ganze Rest dazu«, fährt sie fort.
Maria klärt über den »Rest« auf: »Man muss sich wegen allem ausstempeln. Wenn man aufs Klo muss zum Beispiel. Und wenn ich fertig bin, dann stempele ich mich aus, muss aber runter und die Kasse zählen. Und die Stornos. Und dann muss ich erklären, warum ich welches Storno hatte. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, aber das rechnen sie nicht als Arbeitszeit ab. Ich arbeite immer viel länger als vorgesehen.«
Vom Zählen des Geldes und der Rechenschaft für die Stornierungen abgesehen kommt Maria, so schätzt sie, im Schnitt auf acht Stunden Arbeitszeit am Tag, so wie andere Kolleginnen auch. Für ihren Arbeitgeber hat der Trick, Leute auf Teilzeitbasis einzustellen, aber Vollzeit arbeiten zu lassen, den Vorteil, dass er nur die vertraglich zugesicherten Stunden bezahlen muss, wenn jemand krank wird. Maria erhält aus ihrer Teilzeitarbeit, die in Wahrheit keine ist, ein Einkommen, das nicht zum Leben reicht. Die Differenz, die Maria vom Existenzminimum trennt, bezieht sie weiterhin vom Jobcenter. »So fühle ich mich aber besser, als wenn ich nur die Hand aufhalten würde. Ich will unbedingt arbeiten und meine Familie versorgen. Irgendwann will ich auch mal richtig ankommen in diesem Land und die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen«, gibt sie an.
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