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Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Privilegien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung.
(Michail Bakunin)

 

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Dokumentation: Anti-Nazi-Demo von Nazis angegriffen E-Mail
Freitag, 28. März 2008

Am Donnerstag, 27. März, griffen ca. 30 Neonazis eine antifaschistische Demonstration in der Aachener Innenstadt an.

Die Soli-Demo, an der sich etwa 260 Menschen beteiligten, richtete sich gegen einen Angriff auf die Wohnung eines Antifaschisten, der seit Monaten von lokalen Neonazis bedroht wird [siehe u.a. auch: Angriffe von Neonazis an Fettdonnerstag auf dem Aachener Marktplatz]. Der Demozug zog bis dahin lautstark vom Kaiserplatz durch die Blondelstraße in Richtung Peterstraße zum Elisenbrunnen, um später auf dem Marktplatz zu Enden. Auf halbem Weg- in der Nähe des Elisenbrunnens- stürmten Neofaschisten frontal auf die Demonstration zu und griffen diese an, bewaffnet mit Teleskopschlagstöcken und Quarzhandschuhen. Die Polizei, die die Demo mit etwa 10 Beamten begleitete, war zunächst nicht in der Lage, die angemeldete Demonstration zu schützen.

Dokumentation: Nazi-Angriff auf Antifa-Demo in Aachen 

Nach einer massiven, rund 5 Minuten andauernden Auseinandersetzung zwischen Demospitze und NeofaschistInnen mussten letztere in die Aachener Haupteinkaufsstrasse (Adalbertstrasse) fliehen. Die Angreifer suchten in einem großen Einkaufszentrum Schutz, dort setzte sich die Auseinandersetzung fort.

Die inzwischen eingetroffenen Einheiten der Aachener Hundertschaft ermöglichten schließlich den Neonazis die endgültige Flucht, indem die AntifaschistInnen mit Pfefferspray attackiert wurden. Als Folge dieses unverantwortlichen Angriffs seitens der Polizei musste ein Antifaschist im Krankenhaus behandelt werden.

Nach der Festnahme eines anderen Antifaschisten wurde der Verkehr am Elisenbrunnen durch eine Straßenblockade zum Erliegen gebracht, die bis zu seiner Freilassung ca. 30 Minuten später anhielt.

Im Anschluss an die Demonstration zogen etwa hundert DemonstrantInnen spontan zum Autonomen Zentrum, in dem – am Vorabend mit neofaschistischen Parolen beschmiert ein antifaschistisches Konzert stattfand.

Am späteren Abend setzte die Polizei in einer Gaststätte auf der Wilhelmstrasse mindestens neun Neonazis fest, die später in Gewahrsam genommen wurden. Gegen die Festgenommen laufen Ermittlungen wegen verschiedener Delikte.

Bewertung der Vorfälle 

In Aachen ist mit diesem Angriff der Neonazis eine neue Eskalationsstufe erreicht. Deutlich sollte den NeofaschistInnen aber geworden sein, dass sie in Aachen und anderswo mit breitem Widerstand zu rechnen haben.

Offensichtlich wurde – mal wieder – dass sich AntifaschistInnen nicht darauf verlassen sollten, dass irgendwelche staatlichen Institutionen einen Schutz darstellen.

Lichtblicke sind sicherlich die – trotz Differenzen – spektrumsübergreifende Teilnahme an der Demonstration und die vielen erfahrenen Solidarisierungen von PassantInnen nach dem Angriff.

Das Vorgehen der Aachener Polizei, die Angriffe auf AntifaschistInnen, die Verweigerung ärztlicher Betreuung nach Augenverletzungen ist aus unserer Sicht als politische Richtungsentscheidung zu werten. 

Makaber an den Vorfällen ist, dass es erst die Aachener Polizei war, die den eingangs erwähnten Angriff auf die Wohnung eines Antifaschisten möglich machte.

Redigierte Textquelle: Nazi-Angriff auf Antifa-Demo in Aachen


 
Pressespiegel

Aachener Zeitung vom 27.03.2008: Demo der Linken Überfallen

Aachener Nachrichten vom 27.03.2008: Neonazis attackieren Demo in Aachen

Blick nach Rechts vom 28.03.2008: NPD-Funktionäre festgenommen

Klarmanns Welt vom 27.03.2008: Rechts: Neonazis greifen Antifademonstration an

Aachener Zeitung vom 28.03.2008: Polizei entschuldigt sich, weist aber Vorwürfe zurück

Aachener Zeitung vom 28.03.2008: Polizei stellt ihre Taktik auf den Prüfstand

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