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| Mittwoch, 30. Januar 2008 | |
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Am Fettdonnerstag ist es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen AntifaschistInnen und Neonazis in der Aachener Innenstadt gekommen. Eine etwa 30-köpfige als KarnevalistInnen getarnte Neonazi-Gruppe hielt sich gegen 11 Uhr am Rande des Marktplatzes auf. Als die Neonazis eine kleine, etwa 8-köpfige Gruppe
junger AntifaschistInnen entdeckte, kreisten sie diese ein und
versuchten, Fotos zu schießen. Um sich davor zu schützen, zogen die AntifaschistInnen ihre Mützen vor das Gesicht- ein zulässiges Vorgehen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte, wie das Amtsgericht Düsseldorf erst vor wenigen Monaten bestätigt hat.
Eskalation der Situation
Ein
Mitarbeiter eines privaten - mutmaßlich von der Stadt Aachen
angeheuerten - Sicherheitsdienstes, forderte einen jungen völlig
friedlichen Antifaschisten auf, die Mütze aus dem Gesicht zu ziehen,
was dieser verneinte, weil er nicht von den FaschistInnen fotografiert
werden wollte. Der - nach Zeugenaussagen völlig überforderte -
Sicherheitsmann zog den jungen Mann am Arm, wogegen sich dieser mit
Wegziehen seines Armes ohne Anwendung jeglicher Gewalt wehrte. In Folge
dessen stürzten sich mindestens drei Mitarbeiter des
Sicherheitsdienstes auf den zuvor am Arm gegriffenen friedlichen
Jugendlichen der Antifa und rissen ihn mit brachialer Gewalt zu Boden.
Dabei wurde der Jugendliche am Kopf und am Arm verletzt. In dem
Zusammenhang erfolgten Festnahmen dieses und drei weiterer junger
Antifaschisten. Sie wurden zur Ermittlung der Personalien in einen Raum
im Verwaltungsgebäude Katschhof gebracht. Zwei bekannte Neonazis
folgten unaufgefordert der Gruppe in das Verwaltungsgebäude.
Dort ergab sich nach Zeugenaussagen die Situation, dass die Personalausweise der Antifaschisten offen einsehbar auf einem Tisch lagen, was die beiden ebenfalls anwesenden Neonazis dazu nutzen konnten, sich diese in aller Ruhe anzusehen. Auf den Protest und den Hinweis der Antifas, zu verhindern, dass die Ausweise für die Neonazis einsehbar und fotografierbar seien, habe die Antwort des Polizisten, der die Personalien aufnahm, gelautet, sie sollten sich nicht so anstellen. Die vier Antifaschisten wurden zur erkennungsdienstlichen Ermittlung in Polizeigewahrsam gebracht. Zwei der Festgenommenen, so auch der Verletzte, wurden am Nachmittag aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die beiden anderen Jugendlichen wurden am Abend entlassen.
Die ärztliche
Diagnose des zu Boden gerissenen jugendlichen Antifaschisten lautet:
Schädelprellung mit Schürfwunde am Kopf, Verstauchung eines
Ellenbogens, Kratzspuren am Unterarm. Nach Aussage einer Angehörigen
des Betroffenen soll gegen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes
Anzeige erstattet werden.
Vorfälle rund um den Elisenbrunnen Bereits vor dem Vorfall am Rande des Marktplatzes haben laut Aussagen von AntifaschistInnen Neonazis am Elisenbrunnen die dort sitzenden Punks mit Sprüchen provoziert und mit Bierflaschenwürfen attackiert. Die Punks haben sich daraufhin kurzfristig in die nahegelegene Elisengalerie zurückgezogen. Am frühen Nachmittag ist es zu weiteren Provokationen am Elisenbrunnen gekommen: Eine Trupp von etwa zehn Neonazis hat eine Gruppe von ca. 40 Punks mit Parolen und dem Zeigen des Hitler-Grußes provoziert. Die beiden Gruppen bewarfen sich kurzzeitig mit Bierflaschen, bevor die Polizei einschritt um weitere Auseiandersetzungen zu verhindern. Mindestens ein Neonazi soll dabei in Gewahrsam genommen worden sein. Gegen 16 Uhr provozierte eine Einzelperson, die keiner Neonazigruppe zugeordnet werden konnte, Punks (immer noch vor dem Elisenbrunnen sitzend) mit rechten Sprüchen. Im darauf folgenden Gerangel bekam er eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht und mußte von SanitäterInnen behandelt werden. Ein Mitglied aus der Gruppe der Neonazis mit einem „Good Night Left Side“-T-Shirt ging kurzzeitig zu Boden. Quellen und Pressespiegel:
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