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Höchste Teuerungsrate seit Beginn der Berechnung E-Mail
Donnerstag, 3. Januar 2008

Erstmals seit Januar 1994 überschreitet die durchschnittliche Teuerungsrate im November 2007 wieder die 3%-Marke. Bedenklich: der Preis von Gütern für den täglichen Bedarf steigt Exorbitant an wohingegen die Preise für Reisen und andere Luxuswaren sinken. Letzteres sorgt auch dafür, das die Statistik auf den ersten Blick moderater erscheint als sie sich für Otto-Normal-Bürger tatsächlich auswirkt.

Deutliche Verteuerung von Energieprodukten  

Im Jahresvergleich stiegen bei den Energieprodukten vor allem die Preise für leichtes Heizöl (+ 23,7%) und für Kraftstoffe (+ 18,6%; davon Dieselkraftstoff: + 21,6%; Normal­benzin: + 18,8% und Superbenzin: + 17,6%). Das Ergebnis wird zusätzlich durch den Preisrückgang bei Mineralölerzeugnissen im November 2006 bestimmt (statistischer Basiseffekt). Auch Strom verteuerte sich überdurchschnittlich um 8,3% gegenüber dem Vorjahr, dagegen sanken die Gaspreise um 2,6%. Ohne Berücksichtigung der Preisent­wicklung der Energieprodukte (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) hätte die Teuerungs­rate nur bei 2,2% gelegen.

Deutiche Verteuerung von Nahrungsmitteln

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im November 2007 gegenüber November 2006 im Schnitt um 5,8%. Erheblich teurer wurden vor allem Speisefette und -öle (+ 26,2%; da­runter Butter: + 46,1%) sowie Milchprodukte und Eier (+ 16,5%; darunter Speisequark:
+ 37,2%; Vollmilch: + 27,9% und H-Milch: + 22,9%). Auch die Preise für Brot- und Getrei­deerzeugnisse lagen deutlich über denen des Vorjahres (+ 5,0%; darunter Brötchen: + 7,6% und Hefegebäck: + 7,1%).

Preisanstieg im Bildungswesen 

Weiterhin wirkt sich der Preisanstieg für das Bildungswesen (+ 29,2%) auf die Teue­rungsrate aus, vor allem wegen der Einführung der Studiengebühren in einigen Bundes­ländern bereits seit April des Jahres. Dagegen stiegen unter anderem die Preise bei Bekleidung und Schuhen sowie bei der Nachrichtenübermittlung (jeweils + 0,9%) in geringerem Umfang als die Verbraucherpreise insgesamt.

Lohn- und Gehaltsentwicklung im Vergleich 

2007 mussten die Arbeitnehmer dem IMK zufolge trotz Wirtschaftsboom effektiv ein Lohnminus von durchschnittlich 0,3 Prozent hinnehmen. Die teils hohen Tarifabschlüsse dieses Jahr  konnten an dieser Entwicklung nichts ändern: Auch wenn in den Verträgen oft drei oder sogar über vier Prozent Lohnsteigerung vereinbart wurden, stiegen die Tariflöhne auf Stundenbasis berechnet im Schnitt um nur 1,9 Prozent, die effektiven Verdienste sogar nur um 1,8 Prozent [nicht zuletzt weil bei Tarifabschlüssen mit einer sog. Erhöhung der Löhne und Gehälter nicht selten eine Erhöhung der wöchentliche Arbeitszeit einherging. In vielen Fällen also kein wirklicher Zugewinn für die ArbeiterInnen.]. Die Inflation wird laut IMK-Berechnungen 2007 zudem einen Durchschnitt von 2,1 Prozent erreichen. Insgesamt können sich die Arbeitnehmer von ihrem Lohn also weniger leisten. 

Da fragt mensch sich wohl zurecht: wo ist oder bleibt der vielzitierte Aufschwung- ausser für ManagerInnen und PolitikerInnen? Oder anders:

Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zum Essen, bitte sehr! Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt, das schafft kein Essen her.

 

Quellen: Statistische Bundesamt   Spiegel



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