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Neues vom Arbeitskampf beim Kino Babylon in Berlin-Mitte

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FAU Berlin legt der Neuen Babylon Berlin GmbH Tarifvertrag vor

Am Donnerstag, dem 04.06.2009, ist der Tarifvertrag der FAU Berlin bei der Geschäftsleitung der "Neue Babylon Berlin GmbH" eingegangen. Der Geschäftleitung des Kinos wurde für einen ersten Termin zur Einigung der 17.06.2009 vorgeschlagen. Sie wurde aufgefordert, sich diesbezüglich bis zum 14.06. mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen. Der Weg zu deutlichen und dauerhaften Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Berliner Kino Babylon Mitte ist nun frei. Jetzt ist es an der Geschäftsleitung, entsprechend zu reagieren.

Der gemeinsam mit der Belegschaft ausgearbeitete Haustarifvertrag ist ein Angebot unsererseits, die Arbeitsbedingungen im Kino Babylon Mitte deutlich, dauerhaft und nachhaltig zu verbessern. Wir setzen auf eine zügige Einigung mit der Geschäftsleitung im Interesse aller Beteiligten.

so Lars Röhm, Sekretär des Allgemeinen Syndikates der FAU Berlin.

[Mehr auf fau.org: FAU Berlin legt der Neuen Babylon Berlin GmbH Tarifvertrag vor]

Die Antwort kam dann promt:

17.06.2009: Kino Babylon: Geschäftsleitung sperrt sich gegen Tarifverhandlungen

Die Neue Babylon Berlin GmbH lehnt Verhandlungen über einen vorgelegten Haustarifvertrag ab und eskaliert so den Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen.

Bereits seit Monaten bemüht sich die Belegschaft des Traditionshauses am Rosa-Luxemburg-Platz ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Berichte über die prekären Verhältnisse gegen die sie sich wehren, gingen durch die Berliner Presse und das internationale Fernsehen.

Obwohl das Filmtheater mit mehreren hundertausend Euro im Jahr vom rot-roten Senat gefördert wird, blieben die Löhne auf einem Niveau, das es den Beschäftigten kaum erlaubt, über den Hartz-IV Satz zu kommen, wie Theaterleiter Jens Mikat auf einer Betriebsversammlung zugab.

Forderungen nach Verbesserungen der Arbeitsbedingungen seitens der FAU-Betriebsgruppe wurden ignoriert, immer wieder sehen sich Mitarbeiter gezwungen, ihre Rechte vor Gericht einzuklagen. Auch der Betriebsrat mußte zur Durchsetzung seiner Rechte mehrmals einen Anwalt einschalten.

Verfassungsschutz im Arbeitskampf

In diese Linie fügt sich die Ablehnung von Tarifverhandlungen über einen Haustarifvertrag. Als Grund wird vorgeschoben, das Allgemeine Syndikat der FAU sei nicht tariffähig. Besser noch: Nun warnt die Chefetage die Mitarbeiter vor den gewerkschaftlich organisierten Kollegen: Wie im Verfassungsschutzbericht nachzulesen sei, habe sich die FAU an den Protesten gegen den G8 in Heiligendamm beteiligt und den Streik der Beschäftigten der Fahrradfabrik Nordhausen unterstützt. Beides versteht die Gewerkschaft wohl weniger als Kritik denn Darstellung erfolgreicher Aktivitäten.

Bisher wurde dies nie in Frage gestellt - sei es bei der letzten Betriebsversammlung oder bei einem Gespräch zwischen Geschäftsleitung und Gewerkschaftsvertretern, in dem es unter anderem auch um einen möglichen Tarifvertrag ging. Tatsache ist auch, dass die FAU die bei weitem mitgliederstärkste und einzig aktive Gewerkschaft im Betrieb ist und in enger Absprache mit der Belegschaft den Haustarifvertrag entworfen hat. Inhaltlich geht die Geschäftsleitung mit keinem Wort auf die hierin enthaltenen Forderungen ein.

Im nun vorgelegten Vertrag geht es u.a. um Löhne auf einem würdigen Niveau, Nacht- und Feiertagszuschläge, sofortige Umwandlung aller befristeten Verträge in unbefristete, ordentliche Entlohnung von PraktikantInnen. Kurzum: Das sofortige Ende prekärer Verhältnisse im Babylon Mitte.

Ein solches Vertragswerk setzt man durch, oder man lässt es. Wir sind stärkste Gewerkschaft im Betrieb, gut aufgestellt und organisiert. Da nützen auch keine Taktierereien. Wir werden den Haustarif mit allen Mitteln durchsetzten und ich bin mir nicht sicher, ob der Geschäftsleitung des Babylon Mitte wirklich bewusst ist, worauf sie sich damit einlässt.

so Lars Röhm, Sekretär des Allgemeinen Syndikates der FAU Berlin.

[Siehe auch: Kino Babylon: Geschäftsleitung sperrt sich gegen Tarifverhandlungen; Verfassungsschutz im Arbeitskampf]

Wie geht es weiter?

Erstmal mit einer Protestkundgebung vor dem Kinocenter:

Berlin: Protestkundgebung vor dem Kino Babylon Mitte

Donnerstag 25.06. - 18.00-20.00 Uhr
Rosa-Luxemburg-Str. 30 - 10178 Berlin
U-Bahn: Rosa-Luxemburg-Platz

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