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Traumberuf LehrerIn? Länder zwingen Tausende zumeist junge LehrerInnen in die Arbeitslosigkeit

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Länder zwingen Tausende junge Lehrer in den Ferien in die Arbeitslosigkeit. Lehrkräfte mit zum Schulende auslaufenden Verträgen müssen sich arbeitslos melden. Übliche Praxis in den Bundesländern: Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Ob sie nach den Ferien neue Zeit-Verträge bekommen, ist oftmals ungewiss. Betroffen sind in der mehrzahl Menschen, die gerade ihr Referendariat absolviert haben und auf eine Festanstellung hoffen, um sich in der Zwischenzeit mit Zeitverträgen herumschlagen zu müssen. Oftmals sind es ebendiese jungen LehrerInnen, die auf Hartz IV angewiesen sind, weil sie noch nicht lange genug berufstätig waren. Der Rest erhält keine Lohnfortzahlung sondern Arbeitslosengeld. Etwa 7000 LehrerInnen waren laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenen Jahr betroffen.

Wer übrigens immer noch an die Mär von überbezahlten PaukerInnen glaubt, sollte sich näher mit den Tarifen des öffentlichen Dienstes für LehrerInnen im sog. Angestelltenverhältnis beschäftigen. Wochenarbeitszeiten von 50 Std. und mehr sind keine Seltenheit bei rund 1400 € Netto für BerufseinsteigerInnen. Wer Menschen motivieren will engagiert den Nachwuchs zu fördern - in Zeiten von schlechten Ergebnissen bei Pisa-Studien, in Zeiten, in denen die Herkunft über Bildungschancen entscheidet, in Zeiten von Fachkräftemangel & Co. - sollte faire Löhne zahlen und sichere Perspektiven schaffen.

Im folgenden Abschnitt dokumentieren wir eine Pressemeldung des Deutschen Philologenverbandes.

Berlin (ots) - Auch in diesem Jahr werden wieder Tausende junge Lehrerinnen und Lehrer in den Sommerferien ohne Anstellung sein, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten. Ihre zum Schuljahresende auslaufenden Verträge werden nicht verlängert, stattdessen bleiben sie über die Ferien arbeitslos, bevor sie zu Beginn des neuen Schuljahres wieder eingestellt werden - oder auch nicht!

"Diese Beschäftigungspraxis ist ein Schlag ins Gesicht der engagierten jungen Kolleginnen und Kollegen und noch dazu in hohem Maße unsozial und unsolidarisch", so die scharfe Kritik von Dr. David-S. Di Fuccia, Vorsitzender der Jungen Philologen im Deutschen Philologenverband. Die öffentlichen Kassen würden auf diese Weise mit Hilfe der Arbeitslosenversicherung saniert, während die betroffenen Kolleginnen und Kollegen einer unzumutbaren Situation ausgesetzt seien.

"Jahrelang studieren die jungen Menschen, durchlaufen das Referendariat, übernehmen in den Schulen direkt zu Beginn ihres Dienstes nicht selten gerade schwierige Klassen und zusätzliche Aufgaben, und zum Dank werden sie am Ende der Sommerferien in eine berufliche Ungewissheit entlassen. Und das nur, um sie sechs Wochen später mit den entsprechenden finanziellen Einbußen für die Betroffenen eventuell wieder einzustellen. Wer so handelt, darf sich über einen Lehrermangel und fehlende Attraktivität für den Lehrerberuf nicht wundern", so Di Fuccia weiter.

Jeder Sachkundige wisse, dass gerade Bildung nicht in einem Klima der Sorge und Zukunftsangst gelingen könne - das gelte für Schüler wie für Lehrer. Eine solche Beschäftigungspraxis zerrütte damit nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Dienstherrn und jungen Lehrerinnen und Lehrern, es führe auch automatisch dazu, dass die Unterrichtsqualität sinke.

"Die auf diese Weise eingesparten sechs Wochen Gehalt werden teuer erkauft: sinkende Unterrichtsqualität, verunsicherte Lehrerinnen und Lehrer, mangelnde Attraktivität des Berufs gerade für die Besten und in der Folge fehlender Nachwuchs. Wenn man die Bildung unserer jungen Menschen auf diese Weise kaputt spart, dann kann man sich auch gleich das Geld für internationale Vergleichsstudien sparen, denn dort wird man so niemals zu den Besten gehören können".

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