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Zitat des Tages und der Nacht

"Wir sind es, die wir die Städte und Paläste - hier in Spanien und in Amerika und überall - gebaut haben. Wir Arbeiter können andere Städte und Paläste an ihrer Stelle aufrichten und soger bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Trümmern. Wir werden die Erben dieser Erde sein... Hier, in unserem Herzen, tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, wächst diese Welt."


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Zum fünfzigstenTodestag des anarchosyndikalisten Rudolf Rocker E-Mail
Freitag, 19. September 2008

Heute vor 50 Jahren - am 19. September 1958 - starb der Anarchosyndikalist, Buchbinder, Verleger und Autor zahlreicher Artikel, Aufsätze und Bücher in Crompond bei New York. Rudolf Rocker gilt als bedeutender Theoretiker des Anarchosyndikalismus, der die revolutionäre Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft in gewerkschaftlicher Selbstorganisation zum Ziel hat. Zu Rockers WeggefährtInnen zählen u.a. Milly Witkopp-Rocker (Rudolf Rockers Lebensgefährtin und Mitbegründerin des Syndikalistischen Frauenbundes, einer Unterorganisation der FAUD), Emma Goldman, Errico Malatesta, Fran­cis­co Ferrer oder Pjotr Kropotkin.


Leben und Schaffen

Johann Rudolf Rocker wurde 1873 in Mainz geboren. Anfang der 1890er Jahre trat er der SPD bei. Unzufrieden mit dem Dogmatismus der Partei, verließ er sie jedoch schnell wieder. Während seiner Buchbinderlehre kam er im Jahr 1891 erstmals in Kontakt mit den Ideen des Anarchismus.

Nachdem er 1892 begonnen hatte, sich noch im Rahmen der Opposition der sozialdemokratischen Partei politisch zu engagieren, musste er 1893 das Land verlassen. Er emigrierte nach Paris, wo er bis 1895 blieb. Von dort aus begab er sich nach London, wo er in der jüdischen Gemeinde lebte und seine Lebensgefährtin Milli Wittkop kennenlernte. Dort betätigte er sich in der anarchistischen Bewegung und lernte unter anderem den russischen Theoretiker des Anarchismus und Begründer des Kommunistischen Anarchismus Peter Kropotkin kennen. Rocker begann, für die jiddisch-sprachige Zeitung Das Freie Wort zu schreiben, obwohl er zu der Zeit des Jiddischen noch nicht mächtig war. Er schrieb auf Deutsch und andere übersetzten seine Texte. Während der Arbeit für das Freie Wort lernte er Jiddisch.

Später gab er die Zeitung Arbeiterfreund (Arbeter-Fraynd) und zeitweise die Theoriezeitschrift Germinal heraus. Der Arbeiterfreund sollte zum Organ einer Föderation jüdischer Anarchisten werden, die 1902 in Whitechapel gegründet wurde. Rocker, selber kein Jude, aber mit großem Einfluss auch ausserhalb der nicht-politischen Jüdischen Gemeinde, vertrat die Föderation unter anderem bei dem Internationalen Anarchistischen Kongress 1907 in Amsterdam.

Während des ersten Weltkrieges wurde Rocker als Deutscher in England interniert und der Arbeiterfreund verboten. Nach seiner Internierung während des 1. Weltkriegs kehrte er 1918 zurück nach Deutschland und ist maßgeblich am Aufbau der Freien ArbeiterInnen Union Deutschlands (FAUD) beteiligt.

Die 1977 gegründete nachfolge Organisation FAU steht in der Tradition der FAUD. Die FAUD zählt während ihrer Blütephase in den Jahren der Weimarer Republik etwa 150.000 Mitglieder und war beispielsweise an der Besetzung des Aachener Rathauses in den 1920er Jahren beteiligt. Rockers Syndikalismus-Theorie Prinzipienerklärung des Syndikalismus fließen in die Statuten der FAUD ein.

Sein Text Der Bankrott des russischen Staatskommunismus (1921) enthielt eine antileninistische Kritik Sowjetrusslands, in der er sich strikt gegen die Unterstützung der russischen Regierung durch Anarchisten wie Alexander Berkman und Emma Goldmann wandte. In der Folgezeit erschienen eine Reihe von Broschüren mit Texten Rockers im Verlag Der Syndikalist - Fritz Kater, die sich vorwiegend mit syndikalistischer Theorie beschäftigten.

1922 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der anarchosyndikalistischen Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA), die noch heute existiert. 1933 emigrierte Rocker als engagierter Gegner des Nationalsozialismus in die USA und ließ sich in der von anarchistischen Siedlungsgedanken getragenen Mohegan Colony bei New York nieder. Hier erscheint „Nationalismus und Kultur“, sein wichtigstes Werk, eine Kulturgeschichte Europas gegen die sozialdarwinistischen Prinzipien der Moderne.

Film: Rudolf Rocker - Anarchist und Buchbinder

Die ca. 45- minütige vom SWR produzierte Dokumentation wurde in 5 Teilen bei Youtube eingestellt. Wir dokumentieren sie an dieser Stelle. Sie beginnt mit den sozialdemokratischen Jahren in seiner Geburtsstadt Mainz, setzt einen Schwerpunkt auf den Einfluss innerhalb der jüdischen Arbeiterbewegung im Londoner East End, reißt die Zeit in Berlin mit den Gründungen der FAUD und IAA an und endet mit dem Wirken von New York aus während des Spanischen Bürgerkriegs und des weiteren Aufstiegs des Faschismus in Europa.

 



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