Die Neonazi-Szene plant am 12.4. einen Aufmarsch in Stolberg, um den Tod eines mutmaßlichen Sympathisanten - er wurde wahrscheinlich Opfer eines nicht politisch motivierten Mordes - (die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft dauern derzeit noch an) zu instrumentalisieren. Stolberg und die Region Aachen soll (nicht zum ersten Mal) zur Pilgerstätte von Nazis werden.
Derweil sprechen sich Angehörige und Freunde gegen die politische Instrumentalisierung des Mordes an dem 19-jährigen aus:
Eindeutig Position bezogen haben offensichtlich auch die Eltern mit einem Plakat, das Bilder ihres Sohnes und seines Freundeskreises - «Menschen, nicht Ausländer, Menschen», heißt der Untertitel - zeigt. «Sieht so ein Rassist aus?» distanzieren sie sich deutlich von der Einverleibung ihres Kindes durch die rechte Szene. «Hört auf, über unseren Sohn zu lügen» und «Lasst unseren Sohn in Frieden ruhen!» lautet ihre Forderung.
Indes hat sich ein Antifaschistisches Aktionsbündnis formiert um der rechten Hetze entgegenzutreten. Im nun folgenden Abschnitt dokumentieren wir den Bündnis-Aufruf:
Dokumentation des Aufrufs zur Gegendemo am 12.04. des Antifaschistischen Bündnisses Aachen
In den letzten Monaten nahmen Nazi-Aktivitäten in unserer Region ständig zu. Neben NPD und Nazi-Kameradschaften machen sich in der letzten Zeit selbsternannte "Autonome Nationalisten" breit, die durch Kleidung und Symbolik versuchen, linke und alternative Kultur zu kopieren, umzudeuten und zu vereinnahmen. Allen gemeinsam ist ein immer aggressiveres und offensiveres Auftreten.
So kommt es regelmäßig zu rechten Provokationen und Übergriffen. Vorläufige Höhepunkte waren ein Angriff auf die Privatwohnung eines jungen Antifaschisten und ein erfolgloser Angriff von 30-40 Nazis auf eine Antifaschistische Demo am 27.03.2008 in Aachen.
Jetzt bemühen sich NPD und Kameradschaften nach Kräften, den Fall des am letzten Freitag in Stolberg erstochenen Jugendlichen zu instrumentalisieren, um sich als Opfer darzustellen und gegen MigrantInnen zu hetzen. Kaum einen halben Tag später sind über 100 Nazis in Stolberg aufmarschiert und haben unter den Augen der Polizei rassistische Parolen gebrüllt und den Hitlergruß gezeigt. Die faschistische Szene hat bereits Vergeltung für ihren "Kameraden" angekündigt und wird dies vermutlich zum Anlass nehmen, noch brutaler gegen Linke, AntifaschistInnen, GewerkschafterInnen und MigrantInnen vorzugehen.
Die rechte Szene zieht bereits einen Vergleich zu dem schwedischen Salem, in dem im Jahr 2000 ein Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit MigrantInnen starb. Seitdem findet dort jährlich einer der größten NS-Aufmärsche Europas statt. Da es neonazistischen Organisationen anfangs gelang, ihren Aufmarsch als "Trauermarsch" darzustellen, hat die Öffentlichkeit nicht reagiert.
Für kommenden Samstag, den 12.04. , rufen die "Autonomen Nationalisten" der AG Rheinland und der Hamburger Neonazi Christian Worch zu einer weiteren Demonstration auf. Diese soll am Mühlener Bahnhof, also in einem migrantischen Viertel Stolbergs beginnen. Am 26.04. will zudem die NPD erneut ihre Hetze in Stolberg auf die Straße tragen.
Kommt alle am 12. April nach Stolberg und Helft mit, den Nazi-Aufmarsch zu verhindern!
Antifa-Demonstration | Samstag, 12. April | 10 Uhr | Mühlener Bahnhof, Stolberg
Treffpunkte:
Aachen: 9:20 vor dem Hauptbahnhof
Köln: 8:30 Infotafel im Hauptbahnhof
Weitere Infos und Links zum weiterlesen:
Junger Rechtsextrimist bei Messerstecherei in Stolberg getötet?
Rechts: Freunde und Eltern des angeblichen Neonazis fordern ein Ende der Lügen
Stolberg: Diffamierungen und Bedrohungen
- 06/05/2008 14:45 - Hauptausschuss zum Thema Rechtsextremismus im Aach…
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