laden wir alle ein, die Interesse an der Mitarbeit in einer Basisgewerkschaft haben
und / oder einfach nur mit uns einen Film gucken wollen.
Wo: Im Welthaus An der Schanz 1 im Café Mundo
Wann: Am 19.11.2008 um 19.30Uhr
EIntritt: frei
Zum Film:
LIP oder die Macht der Phantasie
(F 2007, Regie: Christian Rouaud, dt., 118 Minuten).
Eine Doku über das soziale Experiment in der Uhrenfabrik LIP in der französischen Stadt Besançon. 1973 beginnt in der französischen Stadt Besançon ein soziales Experiment. Die renommierte Uhrenfabrik LIP ist in Schwierigkeiten. Nach einem Besitzerwechsel fürchten die Arbeiter um ihre Arbeitsplätze.Die völlige Liquidation des Traditionsunternehmens und der Ausverkauf der Firma scheint unabwendbar. In geheimer Abstimmung lehnen drei Viertel der Uhrenarbeiter einem Kompromiß ab, der 180 ihrer Kollegen den Arbeitsplatz gekostet hätte. Die 1200 Beschäftigten riskieren jetzt alles und votierten für eine bedingungslose Fortsetzung des Streiks.
Das ruft französische Sicherheitstruppen auf den Plan, die das Werksgelände stürmen und dabei äußerst brutal vorgehen. Zusammen mit den Gewerkschaften beschließen die Arbeiter daraufhin die Besetzung der Fabrik und übernehmen die Uhrenproduktion in Eigenregie. Die Streikenden beschließen, "Uhren als Geiseln" zu nehmen, und stellen Chronometer, Konstruktionsdokumente und Maschinen sicher. 60 000 Uhren werden als Streikschatz aus dem Werk geschafft, der größten Teil davon auf offener Strasse oder auch auf den französischen Stränden zu Schleuderpreisen verkauft und mit dem Erlös „illegale" Löhne gezahlt.
Gestützt auf die volle Streikkasse lehnten die Belegschaftsvertreter in Besanjon Kompromisse ab. Sie lenkten auch nicht ein, als die Regierung 30 Millionen Francs anbot, im der Pleitefirma wieder auf die Beine zu helfen. Denn rund 200 Arbeiter hätten bei der unerläßlichen Rationalisierung der Produktion neue Jobs suchen müssen.
Zwei Jahre lang gelingt es ihnen, die Produktion am Laufen zu halten, Konzepte selbstbestimmter und gleichberechtigter Arbeit zu erproben und Entlassungen zu verhindern.
Der Dokumentarfilm von Christian Rouaud erteilt den Aktivisten von damals das Wort. Ihm gelingt eine dichte und spannende Chronologie der Ereignisse, die von den Protagonisten so detailreich und gewitzt erzählt wird, als wäre sie gestern passiert. Für die Beteiligten waren die breite Solidarität in der Bevölkerung und das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Streikenden prägende Erfahrungen, die bei vielen in ihrem heutigen Engagement nachwirken. Willst Du noch mehr über LIP lesen?
CHARLES PIAGET ein ehemaliger Arbeiter von Lip erzählt hier:
"Ein Lehrbeispiel für Kommunikation und Demokratie "
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