Das Konsensprinzip.
Das Treffen einer basis-demokratischen Entscheidung nach dem
Konsensprinzip setzt voraus, dass sich Menschen an einem
Entscheidungsprozess aktiv beteiligen. Eine schnelle Entscheidung
herbeizuführen wird durch das Konsensprinzip zurückgestellt zugunsten
der Einbindung und Berücksichtigung jedes Einzelnen.
Wieso entscheidet denn nicht die Mehrheit?
Das gibt doch nur endlose Diskussionen und nichts kommt dabei rum.
Für jede Kleinigkeit muessen alle gehört werden und auch noch alle dafür sein
das nervt aber...
Stimmt, aber nur wenn es inflationär angewandt wird.
Warum AnarchistInnen und alle die mit Ihren Lieben etwas planen auf dem Konsensprinzip "stehen", bzw. wie das funktioneren könnte steht in folgenden Beitrag.
Zitate und Anregungen stammen aus dem Buch welches in unserer Lesereihe vorgestellt wurde: "Neuer Anarchismus in den USA" von G. Kuhn (Hrsg.)
Durch die Anwendung des Konsensprinzips wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifikation der Gruppe mit zusammen gefundenen Entscheidungen. Im Gegensatz zum Mehrheitsbeschluss oder dem Befehl bzw der Dienstanordnung sind hier alle Beteiligten dafür. Es gibt keine Minderheit die zum Mitmachen gezwungen wird. Im Gegensatz zum Befehlsempfänger WILL in der Konsensdemokratie jede(R) das tun was sie/er tut.
Damit die Entscheidung nicht zwischen den "Platzhirschen" ausgehandelt werden und der Rest irgendwann nur alles genervt abnickt (wenn überhaupt) hier einige Vorschläge:
Instrumente zur kollektiven Entscheidungsfindung:
SprecherInnenräte und Bezugsgruppen
(4-20 Menschen bilden eine Bezugsgruppe. Hier findet der einzelne seinen Rückhalt, die Bezugsgruppe ist die unterste Entscheidungsebene. Sie entsendet einen Delegierten in den
SprecherInnenrat wenn Entscheidungen z.B. für die übergeordnete Gruppe anstehen. Hier werden verschiedene Möglichkeiten kurz diskutiert. Bevor es im Sprecherrat zum (Konsens-)Beschluss
kommt, geht der Delegierte zurück in die Gruppe um VOrschläge aus dem Srrecherrat vorzustellen und um das Votum der Gruppe dorthin zurück mitzunehmen. Sehr erfolgreich und effektiv zB bei den G8 Gipfeln angewandt)
"Kommunikationswerkzeuge" (z.B. brainstorming oder Meinungsabfragen)
"Splitterung" (Unterarbeitsgruppen die Ideenvorschläge vorerarbeiten)
"Goldfischglas" (bei extremen Konflikten entsenden die zwei
Konfliktparteien je einen Mann und eine Frau. Diese beraten sich in der
Mitte und versuchen eine Synthese oder einen Kompromiss zu erarbeiten
der der ganzen Gruppe vorgestellt wird.)
Blockade (entspricht einem Veto und wird dann ausgesprochen wenn mensch glaubt, dass die Entscheidung den Grundprinzipien der Gruppe widerspricht)
"Stimmungsbarometer" (Auch bekannt als "Blitzlicht" dient wiederum dem Einbezug aller Anwesenden)
und und und (diese Liste gehört erweitert!)
ABER!
Wir unterwerfen uns nicht einer Idee auch nicht der der
Konsensentscheidung. In vielen kleinen Entscheidungen des Alltags
reicht eine einfache Mehrheit aus. Vielleicht geht mensch auch lieber
ihrer eigenen Wege. Und obwohl z.B. die Konsensfindung über
SprecherInnenräte und Bezugsgruppendelegierte schneller funktioniert
als mensch vielleicht erwartet, kann es manchmal wichtig(er) sein (noch
schneller) zu handeln. (...)
"Schafft Impulse. Sitzt nicht in endlosen Treffen, um zu bestimmen wann
ihr euch das nächste Mal treffen werdet (und was ihr dann besprechen
wollt.) Verlangt nicht Veränderung führt sie mit euren Aktionen durch!
(...) Findet Projekte die euch begeistern - Projekte die euch in
Situationen bringen, in denen ihr völlig im Hier und Jetzt aufgeht.
"Handelt im Einklang mit euren Wünschen euren Begierden oder wollt ihr eure Energien
lieber dafür verschwenden genau diese zu unterdrücken?
Zitate und Anregungen aus: "Neuer Anarchismus in den USA" von G. Kuhn (Hrsg.)
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